♦Gebet

Einige Lieblings Gebete von Mutter Teresa

Novenen

 

♦Novene zum Hl. Geist

♦Was ist eine Novene?

Diese Novene beginnt Freitag nach der Himmelfahrt Jesus  bis zum Pfingst- Feast .

Das  ist der Prototyp aller Novenen

Wie kann ich diese Novene beten?

♦ Weihe an den Heiligen Geist ♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

Ester Tag  der Novene zum  Hl.Geist

Zweiter Tag der Novene zum Heiligen Geist

♦Dritter Tag der Novene zum Heiligen Geist

♦Vierter Tag der Novene zum Heiligen Geist

♦Fünfter Tag der Novene zum Heiligen Geist

Sechster Tag der Novene  zum Heiligen Geist

♦Siebter Tag der Novenezum Heiligen Geist

♦Achter Tag der Novene zum Heiligen Geist

♦Neunter Tag der Novene zum Heiligen Geist

 

Die Nonene zu Ehren des Heiligen Geistes ist die älteste Novene  da es zuerst auf Anweisung unseres Herrn Jesus selbst gemacht wurde, als er seine Apostel nach Jerusalem zurückschickte, um auf das Kommen des Heiligen Geistes am ersten Pfingsten zu warten.

 Es ist immer noch die einzige von der Kirche offiziell vorgeschriebene Novene. Es richtet sich an die Dritte Person der Heiligen Dreifaltigkeit und ist ein starkes Plädoyer für das Licht, die Kraft und die Liebe, die jeder Christ so dringend braucht.

 

Vor dem Aufstieg in den Himmel befahl Jesus den Jüngern, „nicht von Jerusalem fortzugehen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten“ (vgl. Apostelgeschichte 1,4-5). Das heißt, er bat sie, zusammenzubleiben, um sich darauf vorzubereiten, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen. Und sie versammelten sich zum Gebet mit Maria im obere Raum und warteten auf das verheißene Ereignis (vgl. Apg1: 14).

 Zusammenbleiben war die von Jesus festgelegte Bedingung, um die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen; Die Voraussetzung für ihre Harmonie war ein verlängertes Gebet. Auf diese Weise erhalten wir für jede christliche Gemeinde eine beeindruckende Lektion.

Die Kirche, versammelt mit Maria bei ihrer Geburt, fleht heute: "Veni, Sancte Spiritus! - Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!" Amen.

 

Primäre Absicht: Wie die Apostel beten wir, dass der Heilige Geist in unser Leben kommt und die Kirche und die Gläubigen mit wahrem apostolischen Eifer in Brand setzt.

 

 

 

 

Wie betet man diese  Novene

 

Jeden Tag wird die Meditation und das Gebet für den jeweiligen Tag gesagt, gefolgt von einem (1) Vaterunser,

einem (1) Gegrüßet seist du, Maria

und sieben (7) Ehre sei den Vater,

mit der Weihe an den Heilgen Geist und dem Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes.

 

Weihe an den Heiligen Geist

 

Heiliger Geist, Du Geist Gottes, Geist des Lichtes und der Liebe, ich weihe Dir meinen Verstand, mein Herz und meinen Willen, mein ganzes Sein für Zeit und Ewigkeit.

— Mein Verstand soll stets willig auf Deine himmlischen Einsprechungen hören und auf die Lehren der heiligen katholischen Kirche, derer, unfehlbarer Lenker Du bist. Mein Herz sei stets entflammt von Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Mein Wille sei stets dem Willen Gottes gleichförmig.

Mein ganzes Leben sei ein getreues Abbild des Lebens und der Tugenden unsres Herrn und Heilands Jesus Christus, ihm, sowie dem Vater und Dir, dem Heiligen Geiste, sei Ehre und Ruhm in Ewigkeit. Amen.

Hl. Pius X.

 

GEBET UM DIE SIEBEN GABEN DES HEILIGEN GEISTES

 

In Gegenwart des Himmels und der Erde, die voll von Deiner Herrlichkeit sind, und in Anbetung vor Deiner göttlichen Majestät opfern wir uns heute mit Leib und Seele Dir auf, Gott, ewiger Geist! Leite unsere Gedanken, daß wir stets Deine Stimme vernehmen und Deinen sanften Eingebungen folgen.

Gib uns die Gnade, o Heiliger Geist, Geist des Vaters und des Sohnes, immer und überall sagen zu können: "Herr, sprich, Dein Diener hört!"

O Geist der Weisheit! Leite unsere Gedanken, unsere Worte und Werke, von jetzt an bis zur Stunde unseres Todes.

O Geist des Verstandes! Erleuchte und lehre uns!

O Geist des Rates! Rate uns, daß wir erkennen, was Dir gefällig ist!

O Geist der Stärke! Stärke unsere Schwachheit!

O Geist der Wissenschaft! Verscheuche unsere Unwissenheit!

O Geist der Frömmigkeit! Gib uns die Gnade, auf dem guten Wege auszuharren!

O Geist der Furcht! Erlöse uns von jedem Übel!

O ewige Liebe! Laß uns Dich lieben, wie Dich der Vater von Ewigkeit her liebt und der Sohn im Vater.

Gib uns die Kraft und die Gnade, immer und überall in Frieden und Freude, mit Geduld und Milde, Güte und Langmut, mit Sanftmut und Treue zu handeln. Gib, daß die himmlischen Früchte der Mäßigkeit, der Enthaltsamkeit und Reinheit den Tempel schmücken, den Du auserwählt hast zu Deiner Wohnung. O Geist der Heiligkeit, möge die wirkende Kraft Deiner Gnade unseren irdischen Lebenswandel heiligen und zu den ewigen Freuden uns hinführen.

Heiliger Geist, führe alle Völker zu Deiner Wahrheit! Erfülle die Glaubensboten mit Licht und Stärke, wie Du die Apostel am Pfingstfeste erfüllt hast.Gieße den Geist der Liebe allen Christenherzen ein, damit sie ein Herz und eine Seele seien. Amen

 

 

 

 

Erster Tag  der Novene

 

Komm herab, o Heil’ger Geist,

der die finstre Nacht zerreißt,

strahle Licht in diese Welt.

 

Komm, Heiliger Geist, komm!

„Gott gibt den guten Geist denen, die Ihn darum bitten.“ (Lukas 11,13)

 

Heute finden wir uns zum letzten Mal bei dieser Novene im harrenden Jüngerkreis ein und vereinigen unser sehnsuchtsvolles Bitten mit dem Flehruf der Apostel. Immer inniger wird unser Ruf. Komm, Heiliger Geist, komm! Gott selbst will, dass wir ein heißes Verlangen nach Ihm, nach geistigen Gütern haben. Selig preist der Heiland alle, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, und verheißt aber auch die Sättigung.

Wir fassen heute nochmals die Vorsätze und Entschlüsse zusammen, welche die Betrachtung der Gnadengaben des Heiligen Geistes in uns geweckt hat, damit wir alles entfernen, was der gnadenreichen Einkehr des Heiligen Geistes im Wege stehen könnte. Mit dem Psalmisten sprechen wir: „Ein reines Herz erschaff’ in mir, o Gott, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern.“

 

So kann es nicht ausbleiben, dass etwas von der erleuchtenden, umwandelnden, belebenden Wirksamkeit des Heiligen Geistes auch unserer Seele zukommt. Wenn wir die Novene in einem bestimmten Anliegen gehalten haben, dann überlassen wir es doch Gott, wie Er uns erhören will; denn wir wollen nicht die Erfüllung unserer Wünsche, sondern Seine Ehre. Wir vertrauen fest, dass Gott uns die Gnade gibt, die uns am meisten befähigt, Seinen Absichten zu entsprechen, ob wir diese nun sehen oder nicht sehen dürfen. Das Wort des Völkerapostels an die Römer mahne und tröste uns: „Wenn wir aber hoffen auf das, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit Geduld. Ebenso kommt auch der Geist unserer Schwachheit zu Hilfe; denn um was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, wissen wir nicht, sondern der Geist selbst fleht für uns mit unaussprechlichen Seufzern.“ (Röm 8,25-26)

 

Gebet

Heiliger Geist, wir danken Dir, dass Du mit der Fülle der Gnade und Wahrheit über die Kirche gekommen bist und bei ihr bleibst bis zum Ende der Zeiten. Durch Dich ist sie die Säule und Grundfeste der Wahrheit, durch Dich ist sie jederzeit gestärkt zum Zeugnis für den Herrn, durch Dich ist sie geeint in Liebe.

Komm, Heiliger Geist, erfülle unsere Herzen, dass Christi Wort in uns wohne und Frucht bringe. Festige uns in der Treue zur Kirche, gib uns Kraft und Mut zum Zeugnis in der Welt. Schenke uns Deine göttliche Liebe, dass wir die Einheit des Geistes wahren und einander dienen in Liebe. Du Geschenk aus der Höhe, stärke unsere Herzen, dass sie inmitten des Wechsels der irdischen Dinge dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind.

Leitgedanke

Ich will heute recht oft um die Gaben und Früchte des Heiligen Geistes für mich und meine Brüder und Schwestern bitten.

Stoßgebet

Komm, Heiliger Geist, komm! Sende uns den Geist der Freude, damit wir uns glücklich preisen, dass wir Kinder unseres Vaters im Himmel sind.

Königin der Apostel, Mutter der heiligen Kirche, bitte für uns, dass wir mit dem Pfingstfeuer des Heiligen Geistes erfüllt werden und Zeugnis ablegen für den Herrn.

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

Zweiter Tag der Novene

 

Komm, der alle Armen liebt,

komm, der gute Gaben gibt,

komm, der jedes Herz erhellt.

 

Komm, o Geist der Gottesfurcht!

„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit. Heilvolle Einsicht gibt sie allen, die sie üben.“ (Ps 110)

 

Zu Gotteskindern hat uns der Heilige Geist in der Taufe gemacht. Zur Behütung und Entfaltung dieser Gnade erfüllt Er uns mit dem Geiste der heiligen Furcht. Nicht knechtische Furcht, die die Sünde nur wegen der Strafe meidet, will Er uns geben, sondern die Furcht der Kinder, einen gütigen Vater zu beleidigen oder ihn zu verlieren. Diese Furcht quillt aus der Liebe zu Gott und aus der Kenntnis der eigenen Gebrechlichkeit. Je vertrauensvoller und kindlicher unsere Hingabe an Gott ist, um so wachsamer und vorsichtiger sind wir, Gott zu missfallen. Ja, wir bemühen uns vielmehr, Seinen Willen auch im Kleinsten zu erfüllen, Seinen Gnaden zu entsprechen.

In den Psalmen kehrt oft der Gedanke wieder: „Selig, wer den Herrn fürchtet.“ Wie sollte die Gottesfurcht nicht froh machen, da sie alles fernhält, was sich zwischen Gott und unsere Seele stellen und die Verbindung mit Gott stören könnte! Sie gibt schon hier die Freude eines guten Gewissens, den Frieden mit den Menschen und die Hoffnung auf die ewige Vereinigung mit Gott.

 

Diese Tage des besonderen Bittens um das Kommen des Heiligen Geistes sollen unseren Blick schärfen für alles, was Seiner gnadenvollen Einkehr in uns sich hemmend in den Weg stellen könnte. Sie sollen uns nachdenklich machen und die Frage vorlegen: „Was missfällt dem Heiligen Geist in meinem Inneren, das Sein würdiger Tempel sein soll? Wie leitet der Geist der Gottesfurcht meine Gesinnung, mein Reden und Handeln?“

 

Gebet

Gib uns die Gnade, o Herr, dass wir allezeit Deinen heiligen Namen ebenso fürchten wie lieben; niemals willst Du ja Deine Führung denen versagen, die Du begründest in treuer Liebe zu Dir.

Leitgedanke

Ich will mich heute mit besonderer Sorgfalt hüten, Gott auch nur im geringsten zu beleidigen.

Reinste Mutter, bitte für uns!

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

 

Dritter Tag der Novene

 

Höchster Tröster in der Zeit,

Gast, der Herz und Sinn erfreut,

köstlich Labsal in der Not,

 

Komm, o Geist der Frömmigkeit

„Die Liebe ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm 5,5)

 

Am heutigen Tag wollen wir unser Gebet zum Heiligen Geist verdoppeln, unser Verlangen nach Seiner Gnade noch steigern; denn wir bitten heute um die Gabe der Frömmigkeit, um eine innige, tiefe, rückhaltlose Liebe zu Gott. Wir gehen zum göttlichen Feuergeist, damit Er uns durchglühe. Wir gehen zum Quell der Liebe, um aus ihr all die Gesinnungen zu schöpfen, die wir als Kinder Gottes gegen unseren gütigen Vater und gegen unsern Heiland und Erlöser haben sollten, und die gerade der Geist der Frömmigkeit uns geben will: Hingabe, Dankbarkeit, Vertrauen, Freude an allem, was sich auf Gott bezieht. Der Heilige Geist ist es, der uns die Gnade gibt, Gott zu lieben aus unserem ganzen Herzen, aus unserer ganzen Seele, aus unserem ganzen Gemüte und aus allen unseren Kräften. Er verleiht auch die starke Liebe zu Gott, die in jeder inneren und äußeren Prüfung standhält, auch dann, wenn das Gefühl der Liebe nicht mehr spürbar ist, sondern wir die Liebe nur durch die Tat zeigen können.

 

Die Feuerzungen, durch die der Heilige Geist uns mit der Gottesliebe erfüllt, entzünden auch die Nächstenliebe in uns, drängen uns zur Sorge dafür, daß Gott auch von anderen geliebt wird. Gottesliebe und Nächstenliebe gehören ganz eng zusammen. Der heilige Petrus, den der Pfingstgeist so mächtig durchglühte und umwandelte, sagt: „Zeigt in der Frömmigkeit die Bruderliebe und in der Bruderliebe die Gottesliebe.“

 

Gebet

O Gott, unsichtbare Güter hast Du denen bereitet, die Dich lieben; senke in unser Herz die Glut Deiner göttlichen Liebe, damit wir in allem und über alles Dich lieben und so Deine Verheißungen erlangen, die größer sind als all unser Sehnen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen. (Sonntag nach Pfingsten)

Leitgedanke

Ich will heute oft einen Akt der Liebe zu Gott erwecken.

Stoßgebet

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe.

O Maria, Mutter der schönen Liebe, bitte für uns!

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

 

Vierter Tag der Novene

 

In der Unrast schenkst du Ruh,

hauchst in Hitze Kühlung zu,

spendest Trost in Leid und Tod.

 

Komm, o Geist der Stärke!

„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der über euch kommen wird.“ (Apg 1,8)

 

Diese Verheißung des Heilands erfüllt uns mit Vertrauen und Zuversicht. Denn die Gabe des Rates, um die wir gestern gebetet haben, nützt allein noch nicht viel. Zu ihr muss die Gabe der Stärke kommen. Denn oft genug wüssten wir schon, was der Wille Gottes von uns fordert, aber wir haben nicht die Kraft, ihn zu erfüllen. Täglich spüren wir es, dass wir schwach, matt, unfähig zum Guten sind und wie sehr wir die stärkende, umwandelnde Kraft des Heiligen Geistes brauchen im Kampf gegen das Böse, im Ringen um das Gute. Die Gabe der Stärke will uns besonders dazu befähigen, Opfer zu bringen, dem Rufe Gottes zu folgen, wenn Er Schweres von uns verlangt.

 

Am Reden und Handeln der Apostel vor und nach der Geistessendung sehen wir ganz deutlich, welche Sinnesänderung der Heilige Geist bewirkt, mit welchem Mut und mit welcher Entschlusskraft Er die Seele erfüllt, die Ihn darum bittet.

 

Die Tage des Gebetes um die Gnaden des Heiligen Geistes sollen uns auch einen Schritt weiter bringen in der Selbstverleugnung, in der Entsagung, im Verzicht auf irgendeine Anhänglichkeit, die die vollständige Hingabe an die Leitung des Heiligen Geistes noch hemmt. Großmut und Opferbereitschaft muss eine Frucht dieser neun-tägigen Andacht sein.

 

Gebet

O Gott, Du Stärke aller, die auf Dich hoffen, sei huldvoll nahe, da wir rufen zu Dir. Wir sterblichen Menschen vermögen in unserer Schwachheit nichts ohne Dich, so komm uns Du mit Deiner Gnade zu Hilfe; gib, dass wir treu Deine Gebote befolgen und so Dir gefallen.

Leitgedanke

Der Heilige Geist weiß nichts von einem weichlichen Zögern. (Hl. Ambrosius)

Stoßgebet

Geist der Stärke, erfülle und belebe uns!

Starke Jungfrau, bitte für uns!

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

Fünfter Tag der Novena

 

Komm, o du glückselig Licht,

fülle Herz und Angesicht,

dring bis auf der Seele Grund.

 

Komm, o Geist der Wissenschaft!

„Der Allmächtige gibt den Menschen Einsicht.“ (Sir 38,6)

 

Die Gabe der Wissenschaft befähigt uns, Gutes vom Bösen, Wahres vom Falschen zu unterscheiden und Gott zum Mittelpunkt alles Wissens zu machen. Mit dem Licht der wahren Wissenschaft durchdringen wir auch die Gebiete des weltlichen Wissens, doch wir bleiben nicht dabei stehen, sondern dringen zum Mittelpunkt alles Seins, zu Gott vor. Die wahre Wissenschaft ist die Erkenntnis aller Dinge in Gott. Das Licht des Heiligen Geistes lässt Anfang und Ende alles Geschaffenen erkennen, gibt Antwort auf die Fragen: Woher, wohin,wozu?

Die Gabe der Wissenschaft ist eng verwandt mit der Gabe des Verstandes, namentlich durch ihre Zwecke. Beide wollen uns eine Kenntnis und Erkenntnis göttlicher Wahrheiten vermitteln, die ihren Beweggrund nicht in rein natürlicher Wissbegier, sondern in der Liebe haben, diese besser zu erkennen suchen, um mehr lieben zu können:

 

„Das ist die Wissenschaft der Tat. Ein Studium, das solche Wissenschaft anstrebt, ist die Entfaltung unseres Glaubens; es wird zum Gebet, zur Beschauung. Das ist die Wissenschaft, die uns not tut und die gefördert werden muss, denn sie ist die Quelle neuer Liebe“, sagt Abt Marmion in seinem Buch ‚Christus, unser Ideal‘“.

Auch hier zeigt es sich wieder wie bei der Gabe des Verstandes, dass das göttliche Gnadenlicht des Heiligen Geistes sich mit dem Versenken in die Geheimnisse Gottes einen muss. Dann erfahren wir auch in uns, was die Pfingstsequenz verspricht: „Seliges Licht erfüllt das Innere derer, die Dir gläubig vertrauen.“

 

Gebet

Verleihe uns, allmächtiger Gott, dass wir allzeit bedacht sind auf das, was des Geistes ist, und so in Wort und Tat vollbringen, was Dir gefällt. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Leitgedanke

Ich will durch tägliche geistliche Lesung meine religiösen Kenntnisse erweitern und vertiefen.

Stoßgebet

Die Gnade des Heiligen Geistes erleuchte uns Sinn und Herz.

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

Sechster Tag der Novene

 

Ohne dein lebendig Wehn

kann im Menschen nichts bestehn,

kann nichts heil sein noch gesund.

 

Komm, o Geist des Verstandes

„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich gesagt habe.“ (Joh 14,26)

 

Wie weh tat es oft dem Heiland, dass Seine Zuhörer, ja nicht einmal Seine eigenen Jünger Seine Worte und Absichten recht verstanden. Manches wollte er ihnen auch noch nicht offenbaren, sondern erst durch den Heiligen Geist mitteilen. Der Geist des Verstandes lässt uns die göttlichen Wahrheiten besser verstehen, sie tiefer erfassen. Seinem Licht verdanken wir es, wenn uns die verborgenen Tiefen der übernatürlichen und selbst der natürlichen Erkenntniswelt in hellem Licht aufstrahlen. Um dieses Gnadenlicht müssen wir aber innig bitten, denn nur den Demütigen, den gelehrigen, aufgeschlossenen Seelen offenbart sich Gott.

 

Wie wichtig dieses Wachsen an Erkenntnis, dieses tiefere Eindringen in die unerschöpflichen Reichtümer unseres Glaubens ist, sagt der bekannte Pater Momme Nissen: „Das Seelenleben der meisten Menschen, auch vieler gläubiger Christen, bleibt vor allem darum so matt und träge und unfruchtbar, weil sie sich nicht genug bemühen um Erkenntnis und Durchdringung der Glaubenswahrheiten, weil sie darin keine Fortschritte machen. Wir kommen nicht voran in der Liebe zu Gott ohne ein Fortschreiten in der Erkenntnis Gottes.

 

Wodurch gelangen wir aber zu einer größeren Gotteserkenntnis? Zu dem Gebet um die Gabe des Verstandes muss das eigene Bemühen kommen. Wir müssen Gottes Wort hören, die Heilige Schrift besser kennenlernen, eine Gesamtdarstellung der Glaubenslehre lesen, um ihre inneren Zusammenhänge zu sehen; müssen die Geschichte der Kirche lesen, in der uns das Walten des Heiligen Geistes offenbar wird. Sollte es wirklich nicht möglich sein, täglich wenigstens fünf Minuten der religiösen Weiterbildung zu widmen?

 

Gebet

Verleihe, wir bitten, allmächtiger Gott, dass der Glanz Deiner Klarheit über uns erstrahle, und dass das Licht Deines Lichtes die Herzen der durch Deine Gnade Wiedergeborenen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes befestige. Durch Christus, unsern Herrn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Leitgedanke

Ich will heute darüber nachdenken, welche Lücken in meinem religiösen Wissen ich ausfüllen muss, und wie ich das tun kann.

Stoßgebet

Komm, Heiliger Geist, erleuchte die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe.

O Maria, erflehe mir die Gabe des Verstandes, die mich in alle Wahrheit einführt.

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

Siebenter Tag der Novene

 

Was befleckt ist, wasche rein,

Dürrem gieße Leben ein,

heile du, wo Krankheit quält.

 

Komm. o Geist des Rates!

„Seliges Licht erfüllt das Innere derer, die Dir gläubig vertrauen.“ (Pfingstsequenz)

 

Wir denken kaum so oft daran, den Gnadenbeistand des Heiligen Geistes anzurufen, als in den Stunden der Ratlosigkeit. Vom Geist des Lichtes erwarten wir die Aufhellung einer dunklen Frage. Gut ist es, wenn wir bei Ihm Rat holen, denn dadurch stellen wir schon von selbst die Frage in das Licht der Ewigkeit und wollen bei unserer Entscheidung uns von dem Gedanken leiten lassen: „Was kann unter diesen Umständen der Wille Gottes sein? Wie werde ich am Ende meines Lebens, wenn alle menschlichen Rücksichten, alle erdhaften Interessen schwinden, darüber denken?“

 

Auch in den kleinen Alltagsfragen müssen wir zum Quell des Lichtes gehen, damit wir dort die richtige Antwort bekommen. Große Entscheidungen haben wir selten zu treffen, aber aus den kleinen Angelegenheiten setzt sich unser Leben zusammen. Und überdies im Reich der Gnade wie der Natur erleben wir es so oft: Kleine Ursache, große Wirkung.

 

Dieses Bitten um das Licht des Heiligen Geistes, dieses Horchen auf Seinen Rat, Seine Anregungen und Einsprechungen setzt voraus, dass wir in lebendiger Beziehung zu Ihm stehen, dass wir innerlich feinhörig sind, nicht betäubt von den äußeren Eindrücken. Zu den tröstlichen Abschiedsworten unseres Herrn gehört das Wort vom immerwährenden Wohnen des Heiligen Geistes in uns. Warum besprechen und beraten wir so vieles mit Menschen, die uns oft nicht helfen können, anstatt mit dem göttlichen Beistand in uns, der uns mit Seinem Licht den rechten Weg zeigt?

 

Gebet

Wir bitten dich, Herr, unser Gott, gib uns in Deiner Güte allzeit den Geist, das Rechte zu denken und zu vollbringen; ohne Dich können wir nicht bestehen. Gib uns die Kraft, zu leben, wie es Deinem Willen entspricht. Durch Christus, unsern Herrn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Leitgedanke

Ich will heute in allen Fragen den Heiligen Geist um Sein Licht bitten.

Stoßgebet

O Quelle des Lichtes, sende aus Dein Licht und Deine Wahrheit.

Mutter vom guten Rat, bitte für uns!

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

Achter Tag der Nonene

 

Wärme du, was kalt und hart,

löse, was in sich erstarrt,

lenke, was den Weg verfehlt.

 

Komm, o Geist der Weisheit!

„Wenn jemand von euch der Weisheit bedarf, so erbitte er sie von Gott, der sie allen in Fülle gibt.“ (Jak 1,5)

 

Die kostbarste Gnadengabe des Heiligen Geistes ist die Weisheit. Sie ist nach dem heiligen Bonaventura die übernatürlich bleibende, vom Heiligen Geist eingegossene Fähigkeit, Gott zu erkennen und Ihn mit innerer Freude zu lieben. Erkenntnis der Wahrheit in Gott und Liebe Gottes bis zur höchsten Stufe, die der Mensch erreichen kann, das ist die Weisheit. Die Gabe der Weisheit ist die höchste der Gnadengaben des Heiligen Geistes. Sie umfasst alle anderen Gaben. Sie lenkt unseren Sinn auf das Notwendige: Gott suchen, Gott finden ist der Anfang und Gipfelpunkt aller Weisheit. Wer wirklich weise ist, sieht und liebt nur mehr Gott, beurteilt alles im Lichte Gottes und erhält dadurch einen unverrückbaren Standpunkt, der innere Ruhe und Sicherheit in allen Lebenslagen gibt.

 

Wir können darum nicht innig genug um diese Gabe des Heiligen Geistes flehen; denn „sie ist besser als alle Kostbarkeiten, und alles, was man ersehnt, kann ihr nicht gleichgestellt werden“ – sagt das Buch der Sprüche. Und der hl. Jakobus schildert uns die erstrebenswerte Wirkung dieser köstlichen Gottesgabe:

„Die Weisheit, die von oben kommt, ist rein, friedsam, bescheiden, nachgiebig, dem Guten hold, voll Barmherzigkeit und guter Früchte. Sie richtet und heuchelt nicht“. (Jak 3,17)

 

Gebet

Wir bitten Dich, Herr, huldvoll gieße unseren Herzen ein den Heiligen Geist, Ihn, dessen Weisheit uns schuf und dessen Voraussicht uns leitet. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Leitgedanke

Ich will alles, was mir heute begegnet, im Lichte der ewigen Weisheit sehen.

Stoßgebet

O Gott, lass mich Dich erkennen, lass mich mich erkennen. (Hl. Augustinus)

Maria, Sitz der Weisheit, bitte für uns!

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

 

Neunter Tag der Novene

 

Gib dem Volk, das dir vertraut,

das auf deine Hilfe baut,

 deine Gaben zum Geleit.

 

Lass es in der Zeit bestehn,

deines Heils Vollendung sehn

und der Freuden Ewigkeit.

Amen.

 

♦Die  Früchte des Heiligen Geistes

 

In Galater 5,22-23 sind die Eigenschaften aufgelistet, die im Leben eines geisterfüllten Christen sichtbar werden: „Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung“. Wenn wir dem Heiligen Geist erlauben, unser Leben zu leiten und zu beeinflussen, dann werden sich diese Eigenschaften entwickeln. Als Ergebnis werden wir einen Charakter bekommen, der Jesu Charakter ähnlich ist.

Liebe: für andere da sein, auch wenn es einem selbst nichts bringt

Freude: Fröhlichkeit, Lust, Behagen

Friede: ruhige, friedliche Beziehungen; das Gefühl, mit Gott in Ordnung zu sein

Geduld: Verzögerungen ertragen, Schweres aushalten

Freundlichkeit: sanft, rücksichtsvoll sein

Güte: tugendhaft sein, sich gut benehmen, angenehm, verträglich, liebenswürdig sein

Treue: loyal, wahrhaftig sein

Sanftmut: ruhig und nett, aber mit innerer Stärke kombiniert

Selbstbeherrschung: seine Begierden im Griff haben

 

Gebet

Heiliger Geist, ewige Liebe des Vaters und des Sohnes, schenke mir die Frucht der Liebe, die mich mit Dir vereinigt; die Frucht der Freude, die mich mit heiligem Troste erfüllt; die Frucht des Friedens, der die Ruhe meiner Seele in mir festigt; die Frucht der Geduld, die mir den Mut gibt, alles in Demut zu ertragen, was meinen Neigungen nicht gefällt. Verleihe mir die Frucht der Barmherzigkeit, die mich antreibt, dem Nächsten zu Hilfe zu kommen; die Frucht der Langmut, damit ich mich nicht durch Schwierigkeiten und Hindernisse vom Guten zurückhalten lasse; die Frucht der Güte, damit ich allen gerne wohltue; die Frucht der Sanftmut, damit ich jede Aufwallung des Zornes, jede Empfindlichkeit im Umgange mit dem Nächsten unterdrücke. Gib mir die Frucht der Treue, die mich antreibt, alle meine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen; die Frucht der Mäßigkeit, der Enthaltsamkeit und Reinheit, die meinen Leib rein bewahren in diesem Leben und mich würdig machen, einmal meinen Gott zu schauen im Reiche der Herrlichkeit! Amen.

(Herausgegeben von P. Martin Stoks, C.Ss.R., mit Genehmigung der geistl. Obrigkeit. Kevelaer 1929)

 

Vater unser

Gegrüßet seist du, Maria

Eher sei dem Vater (X7)

♦Weihe an den Heiligen Geist

♦Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes

 

 

 

 

 

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