Welt hat Botschaft Mutter Teresas dringend nötig

Langjähriger Begleiter der Heiligen im "Kathpress"-Interview  Noch tausende Schriften nicht veröffentlicht - Hoffnung, dass Mutter Teresa eines Tages zur Kirchenlehrerin erhoben wird

 

Das Vermächtnis der Heiligen Mutter Teresa (1910-1997) bzw. ihre Botschaft für die Welt gehören noch viele stärker ins öffentliche kirchliche Bewusstsein gerückt: Das hat Leo Maasburg, früherer Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (2005- 2016) und langjähriger Begleiter von Mutter Teresa, eingemahnt. Im "Kathpress"-Interview  zeigte sich Maasburg überzeugt, dass die Botschaft Mutter Teresas eine Botschaft für das 21. Jahrhundert, "wenn nicht gar für das ganze Jahrtausend", sei. Und die Welt habe diese Botschaft dringend nötig.

 

Es gehe um die unbedingte Liebe Gottes zu den Menschen, Gott sehne sich regelrecht nach dem Menschen. "Das hat Mutter Teresa verstanden." Und wenn Jesus sage, "was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan", dann sei das genau der Punkt, "wo sich der Mensch in seiner Antwort an Gott wenden kann. Wir haben keine andere Möglichkeit, Gott Gutes zu tun als in seinen Brüdern und Schwestern."

 

Er hoffe sehr, so Maasburg, dass die Kirche dieses Erbe von Mutter Teresa bewahrt und fortführt und sie eines Tages zur Kirchenlehrerin erhoben wird. Noch seien tausende ihrer Schriften nicht veröffentlicht. Diese würden einen großen "spirituellen Schatz für das 21. Jahrhundert" darstellen.

 

Maasburg räumte ein, dass der Heiligen gerade in Europa eher wenig Aufmerksamkeit zuteil werde. Hingegen sei sie in den USA und vor allem in Indien sehr präsent - "und ich denke, diese Popularität wird noch zunehmen". Für Österreich hoffe er zudem, dass die zahlreichen Besuche Mutter Teresas nicht in Vergessenheit geraten.

Anlässlich des 20. Todestages von Mutter Teresa findet am Dienstag, 5. September, um 12 Uhr in der neuen Kapelle in den Räumlichkeiten der Päpstlichen Missionswerke in Wien (Seilerstätte 12) ein Gottesdienst statt, der vom katholischen Privatsender K-TV live übertragen wird.

 

Feuriges Gemüt mit viel Liebe

Die kleine Ordensfrau habe ein "feuriges Gemüt" besessen, "das sie meist aber gut unter Kontrolle hatte", wie Maasburg gegenüber "Kathpress" sagte. Ihr wohl wichtigster Wesenszug laut Maasburg: "Man hat sich bei ihr einfach wohl gefühlt. Sie war nie aggressiv, wirkte nie bedrohlich. Sie hatte die Fähigkeit, den Menschen ins Herz hineinzuschauen und mit einem Wort das Leben jedes Menschen zum Guten hin zu beeinflussen." Mutter Teresa habe auch nie jemanden verurteilt.

 

Der frühere "Missio"-Nationaldirektor erinnerte im "Kathpress"-Interview an ein Lebensmotto Mutter Teresas: "Erlaube nie, dass ein Mensch weniger glücklich von dir weggeht, als er zu dir gekommen ist." Sie habe jedem Menschen Glück, Freude und Liebe geschenkt; den Ärmsten wie auch den materiell Bessergestellten.

Mutter Teresa habe dabei nie einen Unterschied zwischen materieller und spiritueller Armut gemacht, so Maasburg. "Die größte Armut sah sie darin, wenn ein Mensch Gott nicht kennt." Mutter Teresa habe sowohl materiell als auch spirituell geholfen; "und vielen hat sie dabei geholfen, den Weg zu Gott zu finden".

 

Dolmetscher, Kofferträger und Priester

Leo Maasburg lernte Mutter Teresa 1981 kennen. Der damals neu geweihte Wiener Priester war in Rom Mitarbeiter des tschechoslowakischen Exilbischofs Paul Hnilica (1921-2006), der einst von Papst Paul VI. damit beauftragt worden war, Mutter Teresa in Rom zu unterstützen. Da der Bischof jedoch selbst kein Englisch sprach, sollte Maasburg dolmetschen.

 

Mehr als sechs Jahre lang sollte er in Folge Mutter Teresa in einer Zeit enormer Aufbautätigkeit ihres Ordens in alle Welt begleiten, bis sie 1987 gesundheitsbedingt das Reisen stark reduzierte. Für die Ordensgründerin war er dabei "Übersetzer, Kofferträger, Chauffeur und Priester, denn sie wollte jeden Tag eine Messe haben und auch auf Englisch beichten können", wie sich Maasburg erinnerte.

 

Zeitgleich studierte Maasburg Missionswissenschaft in Rom. "Ich bin manchmal direkt von der Uni zum Flughafen gefahren, um mit ihr in ein Missionsland aufzubrechen, was dann die ergänzende praktische Ausbildung dazu war", berichtete der Geistliche. Von Mutter Teresa habe er u.a. die große Wertschätzung für jede Kultur und Religion, Vertrauen in die Vorsehung Gottes sowie ein neues Verständnis von Bekehrung gelernt. "Sie wollte vor allem den Menschen näher zu Gott bringen. Ihr Beitrag dazu war nur jener, den anderen zu lieben und ihm die Zärtlichkeit Gottes zu vermitteln. Die Liebe bekehrt dann selbst, wen sie will, sagte sie."

 

 

 

Zu erst veröffentlicht bei  kath.net

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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