Durch die Fastenzeit mit Mutter Teresa von Kalkutta

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Fastenzeit

Lesejahr: A Fastenzeit

Die Fastenzeit – – Österliche Busszeit

Woche des Aschermittwoch

Fastenzeit heißt nicht nur, weniger essen und trinken, sondern grundsätzlich weniger für sich selbst fordern und verbrauchen. Der Sinn: Der ganze Mensch soll frei werden und sich selbst wiederfinden; er soll das einüben und verwirklichen, was wir durch die Taufe geworden sind: ein neuer Mensch, in dem Christus sichtbar wird. Das Gesetz Christi heißt: nicht fordern, sondern schenken; loslassen, sich selber lassen und wie durch den Tod hindurch das neue, größere Leben gewinnen.

1. Woche in der Fastenzeit

2. Woche in der Fastenzeit

3. Woche in der Fastenzeit

HEILIGER JOSEF, BRAUTIGAM DER HEILIGEN JUNGFRAU MARIAENS - HOCHFEST

4. Woche in der Fastenzeit

VERKÜNDIGUNG DES HERRN – HOCHFEST

5. Woche in der Fastenzeit

Karwoche

Grundgebete

 


WOCHE DES ASCHERMITTWOCHS

·     Aschermittwoch

·     Donnerstag nach Aschermittwoch

·     Freitag nach Aschermittwoch

·     Samstag nach Aschermittwoch

 

1. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     SONNTAG

·     MONTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DIENSTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

·     MITTWOCH IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DONNERSTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

·     FREITAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

·     SAMSTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

2. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     SONNTAG

·     MONTAG IN DER 2. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DIENSTAG IN DER 2 WOCHE DER FASTENZEIT

·     MITTWOCH IN DER 2. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DONNERSTAG IN DER 2. WOCHE DER FASTENZEIT

·     FREITAG IN DER 2. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     SABATO WOCHE IN DER FASTENZEIT

3. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     SONNTAG

·     Misa de libre elección

·     MONTAG IN DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DIENSTAG IN DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

·     MITTWOCH IN DER 3.WOCHE DER FASTENZEIT

·     DONNERSTAG IN DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

·     HEILIGER JOSEF BRÄUTIGAM DER GOTTESMUTTER MARIA - HOCHFEST

·     FREITAG IN DER 3. WOCHE DER FASTENZEIT

·     SAMSTAG IN DER 3. WOCHE IN DER FASTENZEIT

4.WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     SONNTAG

·     MONTAG IN DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DIENSTAG IN DER 4. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     MITTWOCH IN DER 4. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     VERKÜNDIGUNG DES HERRN – HOCHFEST

·     DONNERSTAG DER 4. WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     FREITAG IN DER 4. WOCHE DER FASTENZEIT

·     SAMSTAG IN DER 4. WOCHE WOCHE DER FASTENZEIT

WOCHE IN DER FASTENZEIT

·     SONNTAG

·     MONDAY IN DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DIENSTAG IN DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

·     MITTWOCH IN DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

·     DONNERSTG IN DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

·     FREITAG IN DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

·     SAMSTAG IN DER 5. WOCHE DER FASTENZEIT

KARWOCHE

·     PALMSONNTAG

·     MONDAY IN DER KARWOCHE

·     DIESTAG IN DER KARWOCHE

·     MITTWOCH IN DER KARWOCHE

·     GRÜNDONNERSTAG

·     CHRISEN MESSE

·     KARFREITAG

·     KARSAMSTAG

 


Die Fastenzeit – – Österliche Busszeit

Aschermittwoch

In der heutigen Messe wird die Asche gesegnet und ausgeteilt. Sie wird aus den gesegneten Palmzweigen des Vorjahres bereitet.

 

EröffnungsversWeish 11, 24–25.27

Du erbarmst dich aller, o Herr,
und hast Nachsicht mit den Sünden der Menschen,
damit sie sich bekehren;
denn du bist der Herr, unser Gott.

Das Allgemeine Schuldbekenntnis entfällt. Es wird durch die Austeilung der Asche ersetzt.

Tagesgebet

Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich
beginnen wir
die vierzig Tage der Umkehr und Buße.
Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen
und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur 1. Lesung   Zur Zeit des Propheten Joël wurde das Land Juda so von Heuschrecken verwüstet, dass nichts zu essen übrig blieb; auch für die täglichen Opfer im Tempel war nichts mehr da (1, 1–12). Der Prophet sieht in den Heuschrecken die Vorboten eines noch größeren Strafgerichts (2, 1–2). Darum ruft er zur Buße auf. Nicht eine liturgische Bußfeier soll es sein, sondern eine wirkliche Bekehrung: eine Hinwendung des ganzen Menschen zum barmherzigen Gott. „Vielleicht“ hat er Mitleid und wendet das Unheil ab. „Vielleicht“: Der schuldige Mensch hat keinen Anspruch, aber er darf hoffen. Zwei Gründe hat Gott, sein Volk zu verschonen: 1. seine erbarmende Liebe, 2. seine eigene Ehre; die Heiden würden ja spotten, wenn Jahwe sein Volk zugrunde gehen ließe. Das ist freilich eine volkstümliche Gottesvorstellung, die nicht auf der Höhe der großen Propheten steht.

Erste LesungJoël 2, 12–18

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider

Lesung
aus dem Buch Joël.

12Spruch des Herrn:
Kehrt um zu mir von ganzem Herzen
mit Fasten, Weinen und Klagen!
13Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider,
und kehrt um zum Herrn, eurem Gott!
Denn er ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Huld
und es reut ihn das Unheil.
14Wer weiß, vielleicht kehrt er um und es reut ihn
und er lässt Segen zurück,
sodass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt
für den Herrn, euren Gott.
15Auf dem Zion stoßt in das Horn,
ordnet ein heiliges Fasten an,
ruft einen Gottesdienst aus!
16Versammelt das Volk,
heiligt die Gemeinde!
Versammelt die Alten,
holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge!
Der Bräutigam verlasse seine Kammer
und die Braut ihr Gemach.
17Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen,
die Diener des Herrn sollen sprechen:
Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk
und überlass dein Erbe nicht der Schande,
damit die Völker nicht über uns spotten!
Warum soll man bei den Völkern sagen:
Wo ist denn ihr Gott?
18Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land
und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.

AntwortpsalmPs 51 (50), 3–4.5–6b.12–13.14 u. 17 (Kv: vgl. 3)

Kv Erbarme dich unser, o Herr,GL 639,1
denn wir haben gesündigt. – Kv

3Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
4Wasch meine Schuld von mir ab *
und mach mich rein von meiner Sünde! – (Kv)
5Denn ich erkenne meine bösen Taten, *
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
6abGegen dich allein habe ich gesündigt, *
ich habe getan, was böse ist in deinen Augen. – (Kv)
12Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *
und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!
13Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, *
deinen heiligen Geist nimm nicht von mir! – (Kv)
14Gib mir wieder die Freude deines Heiles, *
rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!
17Herr, öffne meine Lippen, *
damit mein Mund dein Lob verkünde! – Kv

Zur 2. Lesung   Die neue Schöpfung ist nicht abgeschlossen; sie ist im Werden bis zum Tag der Vollendung. Bis dahin hat Gott das „Wort der Versöhnung“ Menschen aufgetragen, die seine „Botschafter“ sind. Sie sollen den Menschen immer wieder sagen, was Gott für uns getan hat und was sich daraus an Möglichkeiten und auch an Forderungen ergibt.

Zweite Lesung2 Kor 5, 20 – 6, 2

Lasst euch mit Gott versöhnen! Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade

Lesung
aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.

Schwestern und Brüder!
5, 20Wir sind also Gesandte an Christi statt
und Gott ist es, der durch uns mahnt.
Wir bitten an Christi statt:
Lasst euch mit Gott versöhnen!
21Er hat den, der keine Sünde kannte,
für uns zur Sünde gemacht,
damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.
6, 1Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch,
dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt.
2Denn es heißt:
Zur Zeit der Gnade habe ich dich erhört,
am Tag der Rettung habe ich dir geholfen.
Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade;
siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. Ps 95 (94), 7d.8a

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! – Kv
Wenn ihr heute seine Stimme hört,
verhärtet nicht euer Herz!
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Zum Evangelium   Die „Gerechtigkeit“, wie Jesus sie versteht (V. 1), hat nur die eine große Sorge, mit dem Willen Gottes übereinzustimmen. Almosengeben, Beten und Fasten sind drei Äußerungen der Frömmigkeit, in denen drei Grundhaltungen des Menschen zum Ausdruck kommen und sich in ihrer Echtheit bewähren müssen: im Fasten die Demut vor Gott, im Beten die Hoffnung und im Almosen die Liebe. Alle drei sind nichts wert, wenn der Mensch nicht mit reiner Absicht Gott sucht. Der Heuchler hat im Endgericht nichts mehr zu erwarten, das wird eindringlich gesagt in dem dreimaligen „Amen, ich sage euch …“ (6, 2.5.16).

EvangeliumMt 6, 1–6.16–18

Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Hütet euch,
eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun,
um von ihnen gesehen zu werden;
sonst habt ihr keinen Lohn
von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
2Wenn du Almosen gibst,
posaune es nicht vor dir her,
wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun,
um von den Leuten gelobt zu werden!
Amen, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
3Wenn du Almosen gibst,
soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
4damit dein Almosen im Verborgenen bleibt;
und dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.
5Wenn ihr betet,
macht es nicht wie die Heuchler!
Sie stellen sich beim Gebet
gern in die Synagogen und an die Straßenecken,
damit sie von den Leuten gesehen werden.
Amen, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
6Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer,
schließ die Tür zu;
dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.
16Wenn ihr fastet,
macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler!
Sie geben sich ein trübseliges Aussehen,
damit die Leute merken, dass sie fasten.
Amen, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
17Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt
und wasche dein Gesicht,
18damit die Leute nicht merken, dass du fastest,
sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist;
und dein Vater, der das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.

Segnung und Austeilung der Asche

Nach der Homilie lädt der Priester die Gläubigen zum Gebet ein:

Liebe Brüder und Schwestern,
wir wollen Gott, unseren Vater, bitten,
dass er diese Asche segne,
die wir als Zeichen der Buße empfangen.

Nach einer kurzen Gebetsstille betet der Priester, die Hände gefaltet:

Barmherziger Gott,
du bist den Demütigen nahe
und lässt dich durch Buße versöhnen.
Neige dein Ohr unseren Bitten
und segne † alle, die gekommen sind,
um das Aschenkreuz zu empfangen.
Hilf uns, die vierzig Tage der Buße
in rechter Gesinnung zu begehen,
damit wir das heilige Osterfest
mit geläutertem Herzen feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Oder:

Gott, du willst nicht den Tod des Sünders,
du willst, dass er sich bekehrt und lebt.
Erhöre gnädig unsere Bitten:
Segne † diese Asche,
mit der wir uns bezeichnen lassen,
weil wir wissen, dass wir Staub sind
und zum Staub zurückkehren.
Hilf uns, die vierzig Tage der Buße
in rechter Gesinnung zu begehen.
Verzeih uns unsere Sünden,
erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes
und schenke uns durch seine Auferstehung
das unvergängliche Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Der Priester besprengt die Asche mit Weihwasser (ohne Begleitgebet). Danach legt er allen, die vor ihn hintreten, die Asche auf und spricht zu jedem Einzelnen.

Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.Mk 1, 15

Oder:Vgl. Gen 3, 19

Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.

Während der Austeilung der Asche wird gesungen.

AntiphonJoël 2, 13

Lasst uns umkehren zum Herrn, unserem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig und langmütig. Groß ist seine Güte, und es reut ihn, dass er Unheil verhängt hat.

Oder:Joël 2, 17; Est 4, 17

Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk, lass den Mund derer, die dich loben, nicht verstummen.

Oder:Ps 51 (50), 3

Tilge, Herr, meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen.

Diese Antiphon kann mit Psalm 51 (50) verbunden und nach jedem einzelnen Vers wiederholt werden.

ResponsoriumVgl. Bar 3, 2; Ps 79 (78), 9

Wir wollen Buße tun für das, was wir gefehlt haben, und uns bessern, damit wir nicht, plötzlich vom Tod überrascht, nach einer Gnadenfrist suchen, die uns niemand geben kann. * Höre, Herr, und hab Erbarmen, denn wir haben gesündigt vor dir.
V Hilf uns, du Gott unseres Heils! Um der Ehre deines Namens willen reiß uns heraus! * Höre, Herr …

Es kann auch ein anderer geeigneter Gesang genommen werden.

Wenn die Asche ausgeteilt ist, werden abschließend die Fürbitten gesprochen.

Eucharistiefeier

Gabengebet

Herr, unser Gott,
zu Beginn der heiligen vierzig Tage
bringen wir dieses Opfer dar und bitten dich:
Hilf uns, umzukehren
und Taten der Buße und der Liebe zu vollbringen,
damit wir unseren bösen Neigungen nicht nachgeben.
Reinige uns von Sünden und mache uns fähig,
das Gedächtnis des Leidens
unseres Herrn Jesus Christus
mit ganzer Hingabe zu begehen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Fastenpräfation IV

KommunionversPs 1, 2–3

Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt bei Tag und Nacht,
bringt seine Frucht zur rechten Zeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
stärke uns durch dieses heilige Mahl,
damit wir fasten können, wie es dir gefällt,
und durch die Feier dieser Tage Heilung finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Die Segnung und Austeilung der Asche kann auch außerhalb der Messe stattfinden.

Wenn die Weihe und die Austeilung der Asche nicht im Zusammenhang mit einer Messfeier stehen, ist es angemessen, vorher einen Wortgottesdienst zu halten, bei dem die für die Messfeier vorgesehenen Texte genommen werden.

Die Religionsgeschichte   weist die Asche als Bild der Vergänglichkeit und als Zeichen der Trauer und der Buße aus. Sich das Haupt mit Asche zu bestreuen galt nicht nur bei den Israeliten, sondern auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen als ausdrucksvolle Gebärde der Klage. Von hier aus versteht man die altkirchliche Sitte, dass öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Bußzeit antraten. Man konnte sich für diese Sitte auf Gewohnheiten berufen, die mehrfach im Alten und Neuen Testament geschildert sind: Ps 102, 10; Jes 58, 5; Mt 11, 21 u. a. Seit dem 7. Jahrhundert ist der Aschermittwoch als Tag der Bußeröffnung bezeugt. Von diesem Tag bis zum Gründonnerstag wurde von der eigentlichen Eucharistiefeier ausgeschlossen und mit schweren Bußleistungen belegt, wer eine Kapitalsünde begangen hatte. Damit waren wohl nicht nur Unzucht, Mord und Glaubensabfall gemeint, sondern alles, was heute noch beim Durchschnittsmenschen als auch subjektiv schweres Vergehen präsumiert werden kann … Als die Einrichtung der öffentlichen Buße mehr und mehr an Bedeutung verlor und endlich ganz verschwand, blieb jene Zeremonie in ihrer Grundform als sinnvolle Einführung aller Gläubigen in die große Bußzeit der Kirche bestehen. Diese Übung hatte sich gewiss schon eine beträchtliche Zeit eingebürgert, als Papst Urban II. auf der Synode von Benevent 1091 es als eine Pflicht der Gläubigen bezeichnete, am Beginn der Fastenzeit sich in der Kirche mit Asche bestreuen zu lassen. (Alfons Auer)

 

DONNERSTAG nach Aschermittwoch  

ZUR LESUNG Das Buch Deuteronomium ist seiner Form nach eine einzige Rede, die sich über dreißig Kapitel hin erstreckt. Die Rede des Mose beginnt in 1,6 und endet mit dem Schluss der heutigen Lesung (30,20). Angesprochen ist Israel; „höre, Israel“ wird wenigstens fünfmal im Verlauf der Rede wiederholt. Israel steht als versammelte Gemeinde vor Mose, letzten Endes aber vor Gott. Innerhalb der Gemeinde aber ist jeder angesprochen und persönlich gemeint, jeder ist Israel; weil er zum Gottesvolk gehört, deshalb ist er in Reichweite der göttlichen Anrede und des göttlichen Anspruchs. „Auf die Stimme Gottes hören“ bedeutet in der Sprache des Deuteronomiums „gehorchen“. Zum ersten Mal hat Israel am Sinai die Stimme Gottes gehört; durch den Bundesschluss ist Israel Jahwes Volk geworden. und seither steht es unter seinem Wort. „Leben und Tod“ (V. 15) hängen davon ab, dass Israel sich für den rechten Weg entscheidet, d. h., dass es mit ausschließlicher Treue an seinem Gott festhält (Dtn 6,4-6). - Dtn 11,26-28; Ps 1; Sir 15,16-17; Jer 21,8; Röm 6,20-23; Neh 9,29; Spr 8,34-35.

 

ERSTE LESUNG

Dtn 30, 15-20

Leben und Tod lege ich dir heute vor, Segen und Fluch

Lesung aus dem Buch Deuteronomium

Mose sagte zum Volk:

15Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor.

16Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.

17Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst -

18heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen.

19Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.

20Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 1, 1-2.3.4 u. 6 (R: vgl. Jer 17, 7)

          R Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt. - R

(GL neu 31,1)

1        Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,

IV. Ton

          nicht auf dem Weg der Sünde geht,

          nicht im Kreis der Spötter sitzt,

2        sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,

          über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. - (R)

3        Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,

          der zur rechten Zeit seine Frucht bringt

          und dessen Blätter nicht welken.

          Alles, was er tut

          wird ihm gut gelingen. - (R)

4        Nicht so die Frevler:

          Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

6        Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,

          der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund. - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: Mt 4, 17

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

(So spricht der Herr:)

Kehrt um!

Denn das Himmelreich ist nahe.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

ZUM EVANGELIUM Auf das Messiasbekenntnis des Petrus (Lk 9,18-21) folgen die erste Leidensansage (9,22) und die Einladung zur Kreuzesnachfolge. Jesus weiß, was ihn, den Messias und Gottesknecht, in Jerusalem erwartet (vgl. Lk 2,34), und er will seine Jünger darauf vorbereiten. Die Einladung zur Leidensnachfolge ist aber nicht nur an die Jünger gerichtet, sondern an „alle“ (9,23; vgl. Mk 8,34). Jesus „nachfolgen“ ist gleichbedeutend mit „sich verleugnen“ und „das Kreuz auf sich nehmen“. „Sich verleugnen“ hat nicht den etwas muffigen Geruch von „sich verdemütigen“; es besagt: Ehre und Leben drangeben, um bei Jesus zu bleiben. Nur wenn der Jünger mit Jesus bis zum Ende solidarisch bleibt und so „sein Leben verliert", wird er sein Leben wirklich retten; und er wird in der Gemeinschaft und Freude bleiben, die Jesus allein geben kann. - Mt 16,21; Mk 8,31; Jes 53; Lk 24,26-27; Mt 16,24-26; Mk 8,34-37; Lk 14,27; Mt 10,38-39; Joh 12,25-26; Lk 17,33.

 

 

EVANGELIUM

Lk 9, 22-25

Wer sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

22Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

23Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

24Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

25Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

 

  

„NACHFOLGE JESU und Verkündigung des nahenden Königtums ist lebensgefährlich; so bedrohlich sieht Jesus die Situation. Wer sich aber dieser Gefährlichkeit entziehen will, wird des Lebens in der kommenden Welt verlustig gehen und nicht hineingelangen ins Königtum. Wer sich vor dem Martyrium fürchtet, soll wissen, dass es das ewige Leben einbringt“ (Heinz Schürmann).

 

 

FREITAG nach Aschermittwoch  

ZUR LESUNG Die Lesung beginnt mit einer prophetischen Anklage, Antwort auf die Klagen des Volkes, weil sein Beten und Fasten nichts nützt. Die Antwort: Euer Fasten ist schlecht, weil ihr gleichzeitig mit brutaler Gewalt eure Geschäfte betreibt (V. 3-4). Rein körperliches Fasten („den Kopf hängen lassen wie eine Binse“) interessiert Gott nicht (ähnliche Kritik in Am 2,8 und Ps 50). Das richtige Fasten wird in V. 6-7 beschrieben, der eigentlichen Mitte dieser Lesung. Wirksame Hilfe, unter Verzicht auf eigenes Wohlbehagen, das ist das rechte Fasten vor Gott. Wer so fastet, stellt sich auf die Seite Gottes, und ihm gilt die Zusage des Heils (V. 8-9a). Das Heil besteht darin, dass der Mensch zu Gott ruft und dass Gott ihm antwortet. - Mal 3,14; Joel 2,13; Am 5,21-24; Tob 4,16; Ijob 31,16-22; Jes 52,12; Ps 145,18.

 

 

ERSTE LESUNG

Jes 58, 1-9a

Das ist ein Fasten, wie ich es liebe

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht Gott, der Herr:

1Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine Stimme ertönen wie eine Posaune! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden!

2Sie suchen mich Tag für Tag; denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und möchten, dass Gott ihnen nah ist.

3Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße, und du merkst es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an.

4Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank, und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör.

5Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt?

6Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen,

7an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

8Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.

9aWenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 51 (50), 3-4.5-6b.18-19 (R: 19b)

          R Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz (GL neu 639,1)
          wirst du, Gott, nicht verschmähen. - R
3        Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, IV. Ton

          tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

4        Wasch meine Schuld von mir ab,

          und mach mich rein von meiner Sünde! - (R)

5        Denn ich erkenne meine bösen Taten,

          meine Sünde steht mir immer vor Augen.

6ab    Gegen dich allein habe ich gesündigt,

          ich habe getan, was dir missfällt. - (R)

18      Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;

          an Brandopfern hast du kein Gefallen.

19      Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,

          ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

          wirst du, Gott, nicht verschmähen. - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Am 5, 14

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Sucht das Gute, nicht das Böse;

dann werdet ihr leben, und der Herr wird mit euch sein.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

ZUM EVANGELIUM Von Hochzeitsgästen erwartet man nicht, dass sie trauern und fasten. Mit Hochzeitsgästen vergleicht aber Jesus seine Jünger: sie stehen bereits in der Freude der Heilszeit, während die Jünger des Johannes und die Pharisäer noch im Dunkeln tappen und warten. Aus der Frage nach dem Fasten ergibt sich eine Aussage über die Heilszeit, die Zeit der Freude, die mit dem Kommen Jesu angebrochen ist. Zeit zum Trauern und Fasten wird sein, wenn der Bräutigam weggenommen ist: am heutigen Freitag wird unser Blick bereits auf den Karfreitag gelenkt. - Mk 2,18-20; Lk 5,33-35; Hos 2,21; Mt 22,2; 25,1; Offb 19,7.

 

 

EVANGELIUM

Mt 9, 14-15

Wenn ihnen der Bräutigam genommen sein wird, dann werden sie fasten

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit

14kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?

15Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

 

 

 

Samstag nach Aschermittwoch  

ZUR LESUNG Der Anfang dieser Lesung (9b-10) nimmt die Mahnung der vorausgehenden Verse auf (vgl. gestrige Lesung). Eine böse Tat muss verschwinden: Spott und Ungerechtigkeit; und eine gute Tat wird gefordert: Brot für die Hungrigen - „dein Brot“, denn der Hungernde ist dein Bruder. An die Erfüllung dieser Bedingung werden die Verheißungen geknüpft (V. 10b-12; vgl. Ijob 11,13-19): Licht, Leben, nie versiegendes Wasser. Das und noch mehr wird Gott dem geben, der ihn aufrichtig sucht. Und er wird eine sichere Heimat haben: die Mauern Jerusalems werden wieder aufgebaut, aber nur von einem Volk und für ein Volk, das in der Gemeinschaft mit Gott wohnt (V. 12). Die Schlussverse (13-14) legen noch besonderen Wert auf ein Einzelgebot: die Heilighaltung des Sabbats. - Spr 11,25; Ps 37,6; 112; Joh 8,12; 4,14; Jes 56,2.

 

ERSTE LESUNG

Jes 58, 9b-14

Wenn du dem Hungrigen dein Brot reichst, dann geht im Dunkel dein Licht auf

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht der Herr:

9bWenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest,

10dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.

11Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt.

12Deine Leute bauen die uralten Trümmerstätten wieder auf, die Grundmauern aus der Zeit vergangener Generationen stellst du wieder her. Man nennt dich den Maurer, der die Risse ausbessert, den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht.

13Wenn du am Sabbat nicht aus dem Haus gehst und an meinem heiligen Tag keine Geschäfte machst, wenn du den Sabbat den Tag der Wonne nennst, einen Ehrentag den heiligen Tag des Herrn, wenn du ihn ehrst, indem du keine Gänge machst, keine Geschäfte betreibst und keine Verhandlungen führst,

14dann wirst du am Herrn deine Wonne haben, dann lasse ich dich über die Höhen der Erde dahinfahren und das Erbe deines Vaters Jakob genießen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

 

ANTWORTPSALM Ps 86 (85), 1-2.3-4.5-6 (R: 11a)
          R Weise mir, Herr, deinen Weg; (GL neu 629,3)
          ich will ihn gehen in Treue zu dir. - R
1        Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr! VI. Ton

          Denn ich bin arm und gebeugt.

2        Beschütze mich, denn ich bin dir ergeben!

          Hilf deinem Knecht, der dir vertraut! - (R)

3        Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr!

          Den ganzen Tag rufe ich zu dir.

4        Herr, erfreue deinen Knecht;

          denn ich erhebe meine Seele zu dir. - (R)

5        Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen,

          für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.

6        Herr, vernimm mein Beten,

          achte auf mein lautes Flehen! - R

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: Ez 33, 11

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

(So spricht Gott, der Herr:)

Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen,

sondern daran, dass er umkehrt auf seinem Weg und am Leben bleibt.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

ZUM EVANGELIUM Die Armen und die Sünder sind für die Botschaft Jesu aufgeschlossen; bei den Reichen und vor allem bei den „Gerechten“ hat es Jesus schwerer. Schon bei der Heilung des Gelähmten hat sich gegen die Sündenvergebung der Widerspruch der Schriftgelehrten und Pharisäer gemeldet (Lk 5,21: Montag der 1. Adventswoche). Nun ruft er einen Zöllner in seine Nachfolge (V. 27-28) und hat Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern (V. 29). Das ist skandalös, und die Frommen machen kein Hehl aus ihrem Abscheu. In Lk 15 antwortet Jesus diesen Leuten mit den Gleichnissen vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn. Im heutigen Evangelium stehen als Antwort nur zwei kurze Sätze; der eine kommt sozusagen von unten, vom Menschen her, der zweite kommt aus dem Geheimnis Gottes. Jesus verweist zuerst auf die Not dieser Menschen, dann auf den Zweck seines „Kommens“: er ist Mensch geworden, um den Sündern die Umkehr möglich zu machen. - Mt 9,9-13; Mk 2,13-17; Lev 19,2; Hos 6,6; Lk 15,2.

 

EVANGELIUM

Lk 5, 27-32

Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit

27sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach!

28Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm.

29Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch.

30Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken?

31Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.

32Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

 

 

 

 
 

1. WOCHE IN DER FASTENZEIT

1. Sonntag der Fastenzeit

ERSTER FASTENSONNTAG  A

Gott will nicht den Tod, sondern das Leben. Jesus ist gekommen, damit wir das Leben in Fülle haben (Joh 10,10). In ihm ist der neue Mensch sichtbar geworden, der ursprüngliche Mensch, wie Gott ihn am Anfang gemeint und geschaffen hat: der nicht nur vom Brot lebt, sondern vom Wort des lebendigen, anwesenden Gottes.



TAGESGEBET

Allmächtiger Gott,

du schenkst uns die heiligen vierzig Tage

als eine Zeit der Umkehr und der Buße.

Gib uns durch ihre Feier die Gnade,

dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten

und die Kraft seiner Erlösungstat

durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.

Darum bitten wir durch ihn,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

  

ZUR 1. LESUNG Die Erschaffung des Menschen aus Ackererde und göttlichem Lebensgeist, sein Wohnen im Garten Eden und seine Vertreibung daraus als Folge der Sünde: das alles liegt seiner Natur nach vor und außerhalb jeder eigentlichen Geschichte und Geschichtsdarstellung. Dem biblischen Verfasser geht es darum, Fragen und Probleme des Menschenlebens zu klären. Warum muss es für den Menschen so viel Leid geben und schließlich den Tod? Antwort: Gott will den Tod nicht; der Mensch selber wählt den Tod, indem er sich von Gott, der Quelle des Lebens, entfernt. Der von Christus erlöste Mensch, der die Gemeinschaft mit Gott wieder gefunden hat, erfährt den Tod nicht mehr als Zerfall, sondern als Übergang und Verwandlung.

  

ERSTE LESUNG

Gen 2, 7-9; 3,1-7

Erschaffung und Sünde der Stammeltern

Lesung aus dem Buch Genesis

7Gott, der Herr, formte den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

8Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.

9Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von gut und böse.

1Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?

2Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen;

3nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.

4Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.

5Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

6Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.

7Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz.

  

ANTWORTPSALM

Ps 51 (50), 3-4.5-6b.12-13.14 u. 17 (R: vgl. 3)

          R Erbarme dich unser, o Herr, (GL neu 639,1)
          denn wir haben gesündigt. - R
3        Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,

IV. Ton

          tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

4        Wasch meine Schuld von mir ab,

          und mach mich rein von meiner Sünde! - (R)

5        Denn ich erkenne meine bösen Taten,

          meine Sünde steht mir immer vor Augen.

6ab    Gegen dich allein habe ich gesündigt,

          ich habe getan, was dir missfällt. - (R)

12      Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,

          und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

13      Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

          und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! - (R)

14      Mach mich wieder froh mit deinem Heil;

          mit einem willigen Geist rüste mich aus!

17      Herr, öffne mir die Lippen,

          und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden. - R

  

ZUR 2. LESUNG Adam und Christus bilden das große Thema der drei Lesungen an diesem Sonntag. In der 2. Lesung werden beide einander ausdrücklich gegenübergestellt. Der Ungehorsam des Ersten hat zum Tod geführt, der Gehorsam des Zweiten hat für die vielen, das heißt für alle, den Weg zum Leben, zur bleibenden Gemeinschaft mit Gott wieder eröffnet.

  

ZWEITE LESUNG

Röm 5, 12-19

Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden (Röm 5,20b)

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

12Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten.

13Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt;

14dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht wie Adam durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten; Adam aber ist die Gestalt, die auf den Kommenden hinweist.

15Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheim gefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden.

16Anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe: Das Gericht führt wegen der Übertretung des einen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung.

17Ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht alle, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde, leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus.

18Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt.

19Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.

 Oder:

KURZFASSUNG

Röm 5, 12.17-19

Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden (Röm 5,20b)

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Römer

Brüder!

12Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten.

17Ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht alle, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde, leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus.

18Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt.

19Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.

  

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Mt 4, 4b

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Nicht nur von Brot lebt der Mensch,

sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

  

ZUM EVANGELIUM In der Wüste wird Jesus vierzig Tage lang vom Teufel versucht, d. h. geprüft, getestet. Adam hatte im Paradies der Versuchung nachgegeben. Israel war in der Wüste von Gott selbst geprüft worden und hatte die Prüfung nicht bestanden. In Christus gehen Israel und die Menschheit den Weg zurück unter Gottes Wort und seine Königsherrschaft. Hunger nach Reichtum, Ehre und Macht: Jesus hat als Mensch diesen dreifachen Hunger erfahren und überwunden.

  

EVANGELIUM

Mt 4, 1-11

Jesus fastete vierzig Tage und wurde in Versuchung geführt

 Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit

1wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden.

2Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.

3Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.

4Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

5Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel

6und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

7Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

8Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht

9und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.

10Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.

11Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.

 

 

 

MONTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

ZUR LESUNG In Lev 19 sind religiöse und sittliche Vorschriften zusammengestellt, die für die „ganze Gemeinde der Israeliten“ gelten (V. 2), für alle und für jeden. Die Grundaussage, zugleich die Grundforderung, steht am Anfang (V. 2): Jahwe ist heilig, und Israel ist sein Volk. Daraus ergibt sich alles Übrige. Die Einzelvorschriften sind zum Teil dieselben wie in den „Zehn Geboten“, gehen aber teilweise darüber hinaus. Stehlen, lügen und falsch schwören (V. 11-12): das alles entehrt den Namen Gottes, der beim Schwören ja ausdrücklich genannt und beim Falschschwören „zum Nichtigen aufgehoben“ wird (Ex 20,7). Die Verbote in den Versen 13-14 schützen das Recht des Schwächeren; man soll auf die Schwachen Rücksicht nehmen, wenn schon nicht aus Liebe, dann wenigstens aus Furcht vor der Strafe Gottes. Die Verse 15-18 beziehen sich mehr auf die Rechtspraxis; jede Parteilichkeit wird verworfen, selbst wenn sie zugunsten des Armen wäre. Den Abschluss bildet die Forderung der Liebe zum Nächsten: nicht Gefühle werden hier vorgeschrieben, sondern ein Verhalten, wie es sich aus der Tatsache ergibt, dass Israel Volk Gottes ist; Jesus wird sagen: aus der Tatsache, dass dein Nächster mein Bruder ist (Evangelium). - Lev 11,44-45; Ex 20,15-16; Dtn 24,14-15; Tob 4,14; Mt 20,8; Jak 5,4; Dtn 27,18; Ex 23,3; Dtn 1,17; Mt 5,43; 22,39; Röm 13,9; Gal 5,14; Jak 2,8.

 

                                  

ERSTE LESUNG 

Lev 19, 1-2.11-18

Gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten

Lesung aus dem Buch Levitikus

1Der Herr sprach zu Mose:

2Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.

11Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen.

12Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr.

13Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben.

14Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr.

15Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten.

16Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich bin der Herr.

17Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.

18An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 19 (18B), 8.9.10.11 u. 15 (R: vgl. Joh 6, 63b)

          R Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. - R

(GL neu 312,7)

8        Die Weisung des Herrn ist vollkommen,

II. Ton

          sie erquickt den Menschen.

          Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,

          den Unwissenden macht es weise. - (R)

9        Die Befehle des Herrn sind richtig,

          sie erfreuen das Herz;

          das Gebot des Herrn ist lauter,

          es erleuchtet die Augen. - (R)

10      Die Furcht des Herrn ist rein,

          sie besteht für immer.

          Die Urteile des Herrn sind wahr,

          gerecht sind sie alle. - (R)

11      Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge.

          Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.

15      Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen;

          was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen,

          Herr, mein Fels und mein Erlöser. - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: 2 Kor 6, 2b

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade;

jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

ZUM EVANGELIUM Ob jemand zum Reich Gottes zugelassen wird, hängt davon ab, ob er den Willen Gottes getan hat. Das hat Jesus am Ende der Bergpredigt betont (7,21-27). In der Schilderung des Jüngsten Gerichts, also am Abschluss der Mahnung zur Wachsamkeit, wird nochmals klar gesagt, worin der Wille Gottes besteht. Entscheidend ist das Verhalten zum Mitmenschen. Wer die Nächstenliebe übt, dem steht das Reich Gottes offen „seit der Erschaffung der Welt“ (V. 34). Die Gerechten sagen ausdrücklich, dass sie Jesus in den Armen und Kranken nicht erkannt haben. Und doch sagt ihnen der Herr: „Das habt ihr mir getan“; ohne dass sie es wussten, haben sie ihm gedient. Sie werden vom Hirten auf die Seite der Schafe gestellt; und manch einer, der im Namen Jesu gepredigt und sogar Wunder gewirkt hat (Mt 7,22), wird sich unter den Böcken befinden. - Ez 34,17; Mt 7,21-27; 13,36-43; 16,24-26.

 

 

EVANGELIUM

Mt 25, 31-46

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan

✠ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

31Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

32Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.

33Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

34Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.

35Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;

36ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

37Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?

38Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?

39Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

40Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

41Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

42Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;

43ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

44Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

45Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

46Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.


 

 

DIENSTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

ZUR LESUNG Diese kurze Lesung ist eine abschließende Deutung und Begründung all dessen, was Gott im Lauf der Geschichte für sein Volk tut. Der Text steht am Schluss des zweiten Teils des Jesaja-Buches (Kap. 40-55) und greift auf das Thema zurück, das groß am Anfang stand: „Doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit“ (40,8). Das „Wort Gottes“, das ist sein ewiger Gedanke und Wille, der zur bestimmten Zeit aus dem Schweigen Gottes hervortritt und mit unwiderstehlicher Macht „all das erreicht, wozu ich es ausgesandt habe“ (55, 11). - Jes 9,7; Dtn 32,2; 1 Kön 8,56; Ijob 23,13; 2 Kor 9,10; Jos 21,45; Weish 18,14-15; Sach 1,5-6.

  

ERSTE LESUNG

Jes 55, 10-11

Mein Wort bewirkt, was ich will

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht der Herr:

10Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,

11so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

  

ANTWORTPSALM

Ps 34 (33), 4-5.6-7.16-17.18-19 (R: vgl. 18)

          R Der Herr hört die Gerechten, (GL neu 651,3)
          er entreißt sie all ihren Ängsten. - R
4        Verherrlicht mit mir den Herrn, IV. Ton

          lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.

5        Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,

          er hat mich all meinen Ängsten entrissen. - (R)

6        Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,

          und ihr braucht nicht zu erröten.

7        Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.

          Er half ihm aus all seinen Nöten. - (R)

16      Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten,

          seine Ohren hören ihr Schreien.

17      Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,

          um ihr Andenken von der Erde zu tilgen. - (R)

18      Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr;

          er entreißt sie all ihren Ängsten.

19      Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,

          er hilft denen auf, die zerknirscht sind. - R

  

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Mt 4, 4b

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Nicht nur von Brot lebt der Mensch,

sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 ZUM EVANGELIUM Das Vaterunser ist uns an zwei Stellen des Neuen Testaments überliefert: Mt 6,9-13 und Lk 11,2-5. Die kürzere Form (Lukas) ist vermutlich die ursprünglichere. Alle Bestandteile dieses Gebets lassen sich von der alttestamentlichen und jüdischen Gebetsüberlieferung herleiten, und doch hat Jesus daraus etwas völlig Neues und Einmaliges gemacht. Der Inhalt des Vaterunsers und die Anordnung der Bitten zeigen uns nicht nur die Art und Ordnung, wie wir beten sollen; sie sagen uns auch alles über Gott und die Welt, und sie ordnen unser eigenes Leben in der Welt und vor Gott. Die drei ersten Bitten (dein Name, dein Reich, dein Wille) zielen auf das Offenbarwerden der Macht und Herrlichkeit Gottes (Offb 11,17). Auch die zwei folgenden Bitten (Brot und Vergebung) richten sich auf die Zukunft. Das tägliche Brot ist das Brot, das uns mit Leib und Seele den morgigen Tag erreichen lässt, den Tag des Gerichts und der endgültigen Rettung. Und schließlich die nüchterne, demütige Bitte um Bewahrung vor dem Bösen, vor dem wir nicht endgültig sicher sind, solange diese Zeit dauert. Das Vaterunser ist also das Gebet des Menschen, der nur eine Sorge hat: seinen Weg bis ans Ziel zu gehen, an dem Gott ihn erwartet. - Mt 14,36; Röm 8,15; Gal 4,6; Jak 1,13; Jes 63,15-16; Jer 31,20; Ez 36,23; Mal 1,6; Joh 17,6.26; Mt 26,39-42; Joh 6,32-35; Mt 18,21-35; Joh 17,11.15.

 

EVANGELIUM

Mt 6, 7-15

So sollt ihr beten

✠ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

7Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

8Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.

9So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,

10dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.

11Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.

12Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.

13Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.

14Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

15Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

 

„VATER UNSER, der du bist im Himmel meines Herzens, wenn es auch eine Hölle zu sein scheint;

geheiligt werde dein Name, er werde angerufen in der tödlichen Stille meines ratlosen Verstummens;

dein Reich komme, wenn alles uns verlässt;

dein Wille geschehe, auch wenn er uns tötet, weil er das Leben ist und, was auf Erden wie ein Untergang aussieht, im Himmel der Aufgang deines Lebens ist;

unser tägliches Brot gib uns heute; lass uns auch darum bitten, damit wir ... wenigstens an unserem Hunger merken, dass wir arme und unwichtige Geschöpfe sind;

befreie uns von unserer Schuld und behüte uns in der Versuchung vor der Schuld und Anfechtung, die eigentlich nur eine ist: nicht zu glauben an dich und an die Unbegreiflichkeit deiner Liebe“

(Karl Rahner).

 

 

 

MITTCHOW IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

ZUR LESUNG Der kleine Prophet Jona hat der großen Stadt Ninive das Strafgericht Gottes angesagt. Das Strafgericht kam aber nicht; „Gott reute das Unheil, das er ihnen angedroht hatte“Lässt Gott sich umstimmen durch die Bekehrung und Buße der Menschen? So mag es aussehen, die Wirklichkeit ist eher umgekehrt: dass die Menschen sich überhaupt wieder zu Gott hinwenden können, ist nur möglich, weil Gott sich ihnen zuwendet, um sie zu retten. Den Jona verdross es, dass Gott zum Verzeihen bereit war (4,2), als hätte er nicht selbst von dieser Verzeihung gelebt - falls er überhaupt gelebt hat. Denn das Buch Jona ist offenkundig nicht ein historischer Bericht, sondern eine Lehrerzählung im besten prophetischen Stil und Geist, eine Illustration etwa zu Jeremia 18,7-8. Der Zorn Gottes ist nichts anderes als die Rückseite seiner erbarmenden und rettenden Liebe. - Mt 12,41; Ez 18,21-24; 26,16; 27,30-31; Jdt 4,10; Joel 2,14;  Am 5,15; Gen 6,6; Jer 26,3.

 

 

ERSTE LESUNG

Jona 3, 1-10

Gott sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten

Lesung aus dem Buch Jona

1Das Wort des Herrn erging an Jona:

2Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde.

3Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.

4Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört!

5Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.

6Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.

7Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken.

8Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen, und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt.

9Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder, und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, so dass wir nicht zugrunde gehen.

10Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 51 (50), 3-4.12-13.18-19  (R: 19b)

          R Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz (GL neu 639,1)
          wirst du, Gott, nicht verschmähen. - R
3        Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,   IV. Ton

          tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

4        Wasch meine Schuld von mir ab,

          und mach mich rein von meiner Sünde! - (R)

12      Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,

          und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

13      Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

          und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! - (R)

18      Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;

          an Brandopfern hast du kein Gefallen.

19      Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,

          ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

          wirst du, Gott, nicht verschmähen. - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Joel 2, 12.13

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R

Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen;

denn er ist gnädig und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

 

 

ZUM EVANGELIUM Das Wort vom Zeichen des Jona ist bei Lukas kürzer überliefert als bei Matthäus (Mt 12,38-42). Die Zuhörer Jesu haben ein Zeichen vom Himmel verlangt (Lk 11,16), ein Zeichen, das jeder Diskussion und jedem Zweifel ein Ende macht. Die Forderung ist unsinnig, und Jesus weist sie ab. Die Bekehrung muss eine persönliche Entscheidung sein, die Gott dem Menschen nicht abnehmen kann. Das Zeichen ist in Wirklichkeit die Person Jesu selbst, so wie es für die Einwohner von Ninive kein anderes Zeichen gab als die Anwesenheit und die Botschaft des Propheten. Bei Matthäus ist der Hinweis auf Jona ausführlicher als bei Lukas, und der Akzent wird von der prophetischen Verkündigung mehr auf das prophetische Schicksal verlagert. Diese „böse Generation“ wird Jesus verwerfen und töten, aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Das wird das endgültige Zeichen sein. Aber wer nicht bereit ist, dem Wort Jesu zu glauben, dem wird auch das Zeichen nichts nützen. - Mk 8,11-12; Joh 6,30; Mt 16,1-4; 1 Kön 10,1-13.

 

 

EVANGELIUM

Lk 11, 29-32

Es wird dieser Generation kein anderes Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Jona

✠ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit,

29als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.

30Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.

31Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

32Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

 

„ES GIBT KEINE ANSPRÜCHE gegenüber Gott: Wir haben uns immer seinem Spruch zu fügen!

Es gibt keine Sicherungen diesem Gott gegenüber: Es gibt immer nur das herrliche Wagnis des ungesicherten Sich-ihm-Auslieferns auf Gnade und Ungnade. Er liebt die leeren Hände; er liebt die Menschen, die Unrecht haben, die nicht Recht haben wollen. Er hat eine Vorliebe für das, was die Menschen verachten, übersehen, für klein halten.

Vielleicht heißt Christsein nur, sich langsam, gegen alle inneren Widerstände, an das dauernde Anderssein Gottes zu gewöhnen, bis dieser ganz andere Gott in einer unfassbaren und alle Menschenvorstellungen und Liebeserwartungen übersteigenden Art sich uns gibt, wie es unser von ihm und für ihn geschaffenes Herz im Tiefsten immer ersehnt hat“ (Josef Eger).

 


 

 

 

DONNERSTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

ZUR LESUNG Das Buch Ester hat einen historischen Kern, um den sich im Lauf der Zeit einiges Legendenhafte angesammelt hat. Später hinzugekommen sind zum Beispiel die Gebete des Mardochai und seiner Pflegetochter Ester (Kap. 14 bzw. Kap. 4). Ester war am persischen Hof zur Königin erhoben worden. Als die im Perserreich lebenden Juden in größter Gefahr waren, legte sie beim König Fürbitte ein, und es gelang ihr, die Angehörigen ihres Volkes zu retten. Bevor sie aber zum König geht, betet sie zu dem einen Gott, dem König Israels: sie bittet um Verzeihung und Hilfe für ihr Volk und beruft sich vor allem darauf, dass Gott dieses Volk für immer als sein besonderes Eigentum angenommen hat. - Dtn 6,20-25; 7,6; 10,17; Ps 95,3; 136,2; Dan 2,47; 11,36.

 

ERSTE LESUNG

Est 4, 17k.17l-m.17r-t (4, 17n.p-r.aa-bb.gg-hh)

Herr, unser König, ich habe keinen Helfer außer dir

Lesung aus dem Buch Ester

In jenen Tagen

17kwurde die Königin Ester von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn, und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels:

17lHerr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar vor mir.

17mVon Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest.

17rDenk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not, und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte!

17sLeg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund, und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet.

17tUns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o Herr!

 

ANTWORTPSALM

 Ps 138 (137), 1-2b.2c-3.7c-8 (R: 3a)

          R Herr, du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief. - R

(GL neu 76,1)

1        Ich will dir danken aus ganzem Herzen,

I. Ton

          dir vor den Engeln singen und spielen;

2ab    ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin

          und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. - (R)

2cd    Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,

          deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.

3        Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;

          du gabst meiner Seele große Kraft. - (R)

7cd    Du streckst die Hand aus gegen meine wütenden Feinde,

          und deine Rechte hilft mir.

8        Der Herr nimmt sich meiner an.

          Herr, deine Huld währt ewig.

          Lass nicht ab vom Werk deiner Hände! - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM 

Vers: Ps 51 (50), 12a.14a

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,

mach mich wieder froh mit deinem Heil!

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

 

 

ZUM EVANGELIUM Die „goldene Regel“ (7,12a) fasst die vorausgehenden Weisungen im Gebot der Nächstenliebe zusammen. Mit dem Zusatz „Darin besteht das Gesetz und die Propheten“ wird auf 5,17 zurückverwiesen. Was zwischen 5,17 und 7,12 gesagt wird, ist die von jetzt an gültige Auslegung des Alten Testaments (= Gesetz und Propheten). - Die Verse 7-11 (vgl. Lk 11,9-13) sind eine eindringliche Mahnung zum Bittgebet. Aber ist es denn notwendig, Gott zu bitten? Er weiß doch, was wir brauchen (6,8), und er ist gut (7,11). Sicher ist es nicht notwendig, Gott zu informieren oder ihn irgendwie umzustimmen; das gibt es nicht. Aber notwendig ist es, dass wir ihn als den anerkennen, von dem alles Gute kommt. Dadurch werden wir fähig, seine Gaben zu empfangen. - Dtn 4,29-31; Joh 14,13; Mk 11,24-25; Jak 1,5-6; Lk 6,31; Tob 4,15; Spr 3,27; Röm 13,8-10.

 

EVANGELIUM

Mt 7, 7-12

Wer bittet, der empfängt

✠ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

7Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

8Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

9Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet,

10oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?

11Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.

12Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

 

 

„WER ES WEIS und vertrauend damit rechnet, dass höhere und liebende Gedanken über seinem Leben gedacht werden, der gewinnt zum Beispiel ein neues Verhältnis zur Zukunft: Vorher - unter dem Alpdruck des bösen Traums vom Nichts - war ich misstrauisch, wenn ich den morgigen Tag bedachte; und die vier grauen Weiber ,Mangel, Schuld, Sorge und Not‘, die Fausts Weg begleiten, lauerten auch an meiner Straße. Ich glaubte ja zu wissen, dass ‚ohne Wahl der Strahl zuckt‘. Und wer konnte wissen, was schon morgen oder übermorgen der unheimliche Schoß der Zukunft hervorbringen würde? Jetzt aber, wo ich den Stern kenne, auf den ich schauen darf, und um die Hand weiß, die mich führt, bin ich mit der bergenden Gewissheit beschenkt, dass ich einen Vater habe, der weiß, wessen ich bedarf, und der mir Brot und keine Steine, der mir Fische und keine Skorpione geben wird. Ich weiß auch, dass er bei allem dabei sein wird, was in Zukunft auf mich zukommt“ (Helmut Thielicke).

 

 

 

 

FEITAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

ZUR LESUNG Der Prophet antwortet auf einen Einwand, der am Anfang dieses Kapitels ausgesprochen war: „Die Väter essen unreife Trauben, und den Söhnen werden die Zähne stumpf“ (18,2). Dieses Wort ging „in Israel“ um (V. 3), wohl im Hinblick auf die Katastrophe Jerusalems (587); Ezechiel selbst befand sich im Exil und setzte sich von dort aus mit diesem Vorwurf der angeblichen Ungerechtigkeit Gottes auseinander (vgl. Jer 31,29). Seine Antwort: Gott ist gerecht, und er will nicht den Tod, sondern das Leben. Er bestraft die Söhne nicht für die Schuld der Väter (V. 1-20); aber auch im Leben des einzelnen Menschen wirken weder Sünde noch Gerechtigkeit automatisch weiter. Gott richtet und begnadet den Menschen nach dem, was er ist, nicht nach dem, was er früher vielleicht war (V. 21-29). Die Absicht, die der Prophet mit dieser Darlegung verfolgt, steht in den Versen 30-32: „Kehrt um ... werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! ... Kehrt um, damit ihr am Leben bleibt!“ - Jer 18,8; Ez 33,10-16; Weish 11,26; Hos 11,9; Lk 15,7.10.32; Joh 8,11; 2 Petr 3,9.

 

ERSTE LESUNG

Ez 18, 21-28

Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?

Lesung aus dem Buch Ezechiel

So spricht Gott, der Herr:

21Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben.

22Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben.

23Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch Gottes, des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?

24Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben.

25Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.

26Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.

27Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.

28Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

 

ANTWORTPSALM

Ps 130 (129), 1-2.3-4.5-6b.6c-7a u. 8 (R: 3)

          R Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, (GL neu 518 oder 639,3)
          Herr, wer könnte bestehen? - R
1        Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: VII. oder II. Ton

2        Herr, höre meine Stimme!

          Wende dein Ohr mir zu,

          achte auf mein lautes Flehen! - (R)

3        Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,

          Herr, wer könnte bestehen?

4        Doch bei dir ist Vergebung,

          damit man in Ehrfurcht dir dient. - (R)

5        Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,

          ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

6ab    Meine Seele wartet auf den Herrn

          mehr als die Wächter auf den Morgen. - (R)

6c      Mehr als die Wächter auf den Morgen

7a      soll Israel harren auf den Herrn.

8        Ja, er wird Israel erlösen

          von all seinen Sünden. - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

  Vers: Mt 4, 17

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! - R

(So spricht Gott, der Herr:)

Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt!

Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

 

ZUM EVANGELIUM Um „Gerechtigkeit“, d. h. um das rechte Tun des Menschen vor Gott, ging es auch den Schriftgelehrten und Pharisäern; es war ihnen Ernst damit. Jesus fordert nicht mehr als sie, er fordert etwas völlig anderes. Sechs scharfe Gegenüberstellungen (V. 21-48) machen deutlich, worin die neue Gerechtigkeit sich von der alten unterscheidet. „Ich aber sage euch“: Jesus sagt neu, was Gott einst durch Mose gesagt hat. Gott richtet nicht nach der äußeren Tat, sondern nach der Entscheidung des Herzens, des inneren Menschen. Im Fall des Mordes: Groll und Hass wiegen so schwer wie der ausgeführte Mord. Das ist zum Erschrecken, aber es kann nicht anders sein, wenn Gott die Liebe und wenn der Mitmensch mein Bruder, meine Schwester ist. - Röm 10,3; Ex 20,13; Sir 10,6; Eph 4,26; Jak 1,19-20; 1 Joh 3,14-15; Sir 28,2; Mk 11,25; Spr 17,14; Lk 12,57-59.

 

 

EVANGELIUM

Mt 5, 20-26

Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder!

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

20Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

21Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.

22Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

24so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

25Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.

26Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

 

 

„WO RÄDER IN DIE RÄDER GREIFEN,
verändern Maschinen die Welt. Nur der Mensch, der sie plant und bedient, fragt noch immer, ob es sich lohnt, ob es sich lohnt, dass Hände nach Händen greifen.
Wenn Hände nach Händen greifen, verändern wir Menschen die Welt.
Nur die Angst, die uns plagt und beschleicht, fragt noch immer, ob es sich lohnt, ob es sich lohnt. dass Menschen für Menschen dienen.
Wenn Menschen für Menschen dienen, verändern sie gottgleich die Welt.
Denn der Herr, der nicht herrscht, sondern dient, fragte niemals, ob es sich lohnt ob es sich lohnt, den andern die Hand zu reichen (D. Trautwein).

 

 

SAMSTAG IN DER 1. WOCHE DER FASTENZEIT

ZUR LESUNG Der Bund zwischen Jahwe und seinem Volk wird in Dtn 26,16-19 nach Art eines zweiseitigen Vertrags dargestellt. Jahwe erklärt, dass er Israels Gott sein will; Israel erklärt, dass es Jahwes Volk sein will. Diese Vertragsformel ist auch sonst im Alten Testament bekannt (z. B. Ex 6,7; Jer 31,33). Die Gleichberechtigung der Vertragschließenden ist aber nur eine scheinbare; denn in beiden Teilen des Bundesvertrags verpflichtet Israel sich zum Gehorsam gegen Gott. Nicht zum Ruhm und Preis Israels wird dieser Bund geschlossen, sondern allein zur Ehre Gottes. An dieser Ehre hat jedoch Israel insofern Anteil, als es ein heiliges Volk ist; ein Volk, das Gott gehört und ihm geweiht ist. - 2 Sam 7,24.

 

ERSTE LESUNG

Dtn 26, 16-19

Du hast erklärt, du möchtest ein Volk werden, das ihm, dem Herrn, deinem Gott, heilig ist

Lesung aus dem Buch Deuteronomium

Mose sprach zum Volk:

16Heute, an diesem Tag, verpflichtet dich der Herr, dein Gott, diese Gesetze und die Rechtsvorschriften zu halten. Du sollst auf sie achten und sie halten mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele.

17Heute hast du der Erklärung des Herrn zugestimmt. Er hat dir erklärt: Er will dein Gott werden, und du sollst auf seinen Wegen gehen, auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften achten und auf seine Stimme hören.

18Und der Herr hat heute deiner Erklärung zugestimmt. Du hast ihm erklärt: Du möchtest das Volk werden, das ihm persönlich gehört, wie er es dir zugesagt hat. Du willst auf alle seine Gebote achten;

19er soll dich über alle Völker, die er geschaffen hat, erheben - zum Lob, zum Ruhm, zur Zierde -; und du möchtest ein Volk werden, das ihm, dem Herrn, deinem Gott, heilig ist, wie er es zugesagt hat.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 119 (118), 1-2.4-5.7-8 (R: vgl. 1)

          R Selig die Menschen, (GL neu 31,1)
          die leben nach der Weisung des Herrn. - R
1        Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, IV. Ton

          die leben nach der Weisung des Herrn.

2        Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen

          und ihn suchen von ganzem Herzen. - (R)

4        Du hast deine Befehle gegeben,

          damit man sie genau beachtet.

5        Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet,

          deinen Gesetzen zu folgen! - (R)

7        Mit lauterem Herzen will ich dir danken,

          wenn ich deine gerechten Urteile lerne.

8        Deinen Gesetzen will ich immer folgen.

          Lass mich doch niemals im Stich! - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: 2 Kor 6, 2b

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! - R

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade;

jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

 

 

ZUM EVANGELIUM Das Wort „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ steht bei Matthäus als abschließende Forderung am Ende des Abschnitts über die neue Gerechtigkeit. Für den Jünger Jesu genügt nicht mehr die bisher übliche Deutung des alten Gesetzes (V. 43), erst recht nicht die Praxis der Zöllner und Heiden (V. 46 und 47). Nirgendwo ist der Unterschied deutlicher als in der Forderung: liebt eure Feinde. Nichts Größeres kann der Mensch tun als Gott in dem nachahmen, was in ihm das Göttlichste ist: in seiner Liebe, die nicht rechnet, ob es sich etwa lohnt, sondern einfach dem schenkt, der es nötig hat, auch wenn er gar nicht liebenswürdig ist; vgl. Lk 6,36. Diese Liebe ist nicht Mitgefühl, sie besteht im Wollen, im Tun und im Beten. Wer meint, es sei wenig, für seine Feinde zu beten, soll es einmal versuchen. - Lev 19,18; Ijob 31,29; Lk 6,27-36; 23,34; Apg 7,60; Röm 12,20-21; Spr 29,13; 1 Petr 1,13-16; 1 Joh 3,3.

 

 

EVANGELIUM

Mt 5, 43-48

Ihr sollt vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist

  Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

43Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?

47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?

48Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

 

 

„VOLLKOMMEN“: das aramäische Wort besagt etwa „heil“, „ganz“, auf den Menschen angewandt auch: gerade, treu. Das Wort Jesu besagt also, „dass die Haltung des Menschen eine ganze, ungeteilte sein soll, kein Sowohl-als-auch; treu und gerade, nicht schwankend, kein Hin und Her. Und diese Forderung wird begründet mit dem Hinweis auf Gottes Wesen, bei dem es auch nur ein Entweder-oder gibt, kein Sowohl-als-auch. Das Wort bringt also noch einmal das ganze Gewicht der Forderung Jesu zum Ausdruck: der Mensch steht in der Entscheidung, und diese Entscheidung ist für ihn nicht etwas Relatives, eine Stufe seiner Entwicklung, sondern das Entweder-oder, das ihm von Gott gestellt ist, so dass die Entscheidung des Menschen definitiven Charakter hat; er wird in ihr zum Gerechten oder zum Sünder“ (Rudolf Bultmann).

 

 

2. WOCHE IN DER FASTENZEIT

ZWEITER FASTENSONNTAG  A

Abraham war, nach Adam und Noach, ein neuer Anfang; er war ein Entwurf. Mose und Elija waren Weiser, sie waren Stationen auf dem Weg. Christus ist der Weg; er ist das Wort des Vaters und sein vollkommenes Bild. In ihm ist Gott sichtbar und hörbar geworden für uns. Nun aber will er für alle Menschen erfahrbar und sichtbar werden durch uns: durch die Menschen, die sich Christen nennen.

TAGESGEBET

Gott, du hast uns geboten,

auf deinen geliebten Sohn zu hören.

Nähre uns mit deinem Wort

und reinige die Augen unseres Geistes,

damit wir fähig werden,

deine Herrlichkeit zu erkennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

ZUR 1. LESUNG  Nach dem Turmbau von Babel scheint die Menschheitsgeschichte sich in Verwirrung aufzulösen. Aber mit der Berufung Abrahams beginnt von Gott her etwas Neues: die Heilsgeschichte. Abraham hört den Ruf: Zieh fort! Und die Verheißung: Ich werde dich segnen. Abraham folgt dem Ruf, er zieht fort, ohne zu wissen, wann und wo er ankommen wird (vgl. Hebr 11,8-10). Er hat kein anderes Licht auf seinem Weg als das Wort Gottes.

 

 

ERSTE LESUNG

Gen 12, 1-4a

Der Herr beruft Abraham, den Vater des Gottesvolkes

Lesung aus dem Buch Genesis

In jenen Tagen

1sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.

2Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.

3Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.

4aDa zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte.

 

ANTWORTPSALM

Ps 33 (32), 4-5.18-19.20 u. 22 (R: 22)

          R Lass deine Güte über uns walten, o Herr, (GL neu 56,1)
          denn wir schauen aus nach dir. - R
4        Das Wort des Herrn ist wahrhaftig, V. Ton

          all sein Tun ist verlässlich.

5        Er liebt Gerechtigkeit und Recht,

          die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. - (R)

18      Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,

          die nach seiner Güte ausschaun;

19      denn er will sie dem Tod entreißen

          und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. - (R)

20      Unsre Seele hofft auf den Herrn;

          er ist für uns Schild und Hilfe.

22      Lass deine Güte über uns walten, o Herr,

          denn wir schauen aus nach dir. - R

 

ZUR 2. LESUNG Das Kommen JesuChristi in menschlicher Schwachheit war ein „Erscheinen“, ein Sichtbarwerden der Gnade Gottes. Es ist offenbar geworden, dass Gott alle Menschen retten will; alle ruft er zum Glauben, zur Taufe, zum „Licht des unvergänglichen Lebens“, aber auch zur Arbeit für das Evangelium und zur Leidensgemeinschaft mit Christus.

 

ZWEITE LESUNG

2 Tim 1, 8b-10

Mit einem heiligen Ruf hat Gott uns gerufen und uns das Licht des Lebens gebracht

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Mein Sohn!

8bLeide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft:

9Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde;

10jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium,

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:

Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

ZUM EVANGELIUM Was die Jünger auf dem Berg der Verklärung sehen und hören, werden sie erst nach der Auferstehung Jesu begreifen. Die Lichtwolke und die Stimme aus der Wolke bestätigen Jesus als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes (vgl. Mt 16,17). Auf ihn haben das Gesetz und die Propheten (Mose und Elija) hingewiesen. Er, der „geliebte Sohn“, wird durch Leiden und Tod hindurch seinen Weg vollenden; damit ist auch für den Jünger der Weg vorgezeichnet.

 

EVANGELIUM

Mt 17, 1-9

Er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne

 Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit

1nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.

2Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.

3Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.

4Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.

5Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.

6Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.

7Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!

8Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.

9Während sie den Berg hinab stiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

 

 

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Das klare Leuchten

Gott ist Licht, zu blendend, als dass man ihn schauen könnte. Das Auge erblindet vor seinem Glanz. Christus fängt das verzehrende Feuer in sich auf und lässt Gott, in einer für uns fassbaren Weise, durch sich selbst hindurchscheinen.

Ob wir von Christus wissen oder nicht, er ist da, bei jedem Einzelnen. Er ist so unauflösbar mit dem Menschen verbunden, dass er in ihm wohnt, selbst wenn dieser es nicht weiß. Er ist da wie insgeheim, wie eine brennende Wunde im Herzen des Menschen, wie Licht in der Dunkelheit. (Frère Roger)


 

MONTAG DER 2.WOCHE DER FASTENZEIT

 

ZUR LESUNG Immer hat es mit zur Aufgabe des Propheten gehört, vor Gott als Mittler und Fürbitter für sein Volk einzutreten. Unsere Lesung ist Teil eines langen Buß- und Bittgebets, das Daniel für sein Volk darbringt (V. 4b-19). Die Gedankengänge sind ähnlich wie im Gebet des Asarja (Dan 3: 3. Fastenwoche - Dienstag). Hier wie dort wird anerkannt: „Du, Herr, bist im Recht, uns aber steht ... die Schamröte im Gesicht“ (9,7). Die Bitte um Verzeihung und Hilfe beruft sich erstens auf die Barmherzigkeit Gottes (V. 9), zweitens auf seine früheren Machterweise (V. 15). Der letzte Grund, zu helfen, liegt für Gott aber in der Ehre seines Namens: „Dein Name ist doch über deiner Stadt und deinem Volk ausgerufen“ (V. 19). - Ex 34,6-7; Dtn 7,9.21; Neh 1,5; 1 Kön 8,46-51; Tob 3,3; Bar 1,15-22; Neh 9,34; Jer 7,25-26; Dtn 28,64; Neh 9,17; Dtn 28,15; Jer 26,4-6.

 

 

ERSTE LESUNG

Dan 9, 4b-10

Wir haben gesündigt und unrecht getan

Lesung aus dem Buch Daniel

4bHerr, du großer und Furcht erregender Gott, du bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund und deine Gnade.

5Wir haben gesündigt und unrecht getan, wir sind treulos gewesen und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten und Gesetzen sind wir abgewichen.

6Wir haben nicht auf deine Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen Bürgern des Landes geredet haben.

7Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die Treue gebrochen.

8Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen, Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich versündigt.

9Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört.

10Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die Propheten, gegeben hat.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 79 (78), 5 u. 8.9.11 u. 13 (R: vgl. Ps 103 [102], 10a)

          R Vergilt uns nicht nach unsern Sünden, o Herr! - R (GL neu 639,1)
5        Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? IV. Ton

          Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?

8        Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an!

          Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen!

          Denn wir sind sehr erniedrigt. - (R)

9        Um der Ehre deines Namens willen

          hilf uns, du Gott unsres Heils!

          Um deines Namens willen reiß uns heraus

          und vergib uns die Sünden! - (R)

11      Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir.

          Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!

13      Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide,

          wollen dir ewig danken,

          deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.

          R Vergilt uns nicht nach unsern Sünden, o Herr!

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Joh 6, 63b.68c

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben.

Du hast Worte des ewigen Lebens.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

ZUM EVANGELIUM Bei Matthäus lesen wir die Forderung: „Ihr sollt vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ (Mt 5,48). Bei Lukas heißt es: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist“ (6,36); das dürfte die ursprünglichere Form des Jesuswortes sein. Die Forderung „Seid barmherzig“ steht im Anschluss an das Gebot der Feindesliebe (6,35) und bildet bei Lukas den Auftakt zu vier weiteren Forderungen: „Richtet nicht ... Verurteilt nicht ... Erlasst einander (oder: Sprecht los) ... Gebt ...“ Das alles steht unter dem Motiv der Barmherzigkeit und der Nachahmung Gottes. Dem Verhalten des Menschen wird das Gericht Gottes entsprechen. Aber durch die Erweiterung von Vers 38 bei Lukas (im Vergleich zu Mt 7,2) verlagert sich der Akzent von der Strenge auf die Großmut Gottes, von der Furcht auf die Hoffnung. Gott ist immer der Größere, der Großmütigere. - Ex 34,6-7; Mt 7,1-2; Jak 2,13; Spr 12,14; Mk 4,24.

 

 

EVANGELIUM

Lk 6, 36-38

Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen

✠ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

36Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

38Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.


 

„WUNDERE DICH NICHT, dass ein Mensch Nachahmer Gottes werden kann. Er kann es, wenn er will. Denn nicht Beherrschung des Nächsten. nicht der Wille, vor dem Schwächeren im Vorteil zu sein, noch Reichtum und Gewalt über die Ärmeren bedeuten das Glück, und nicht kann jemand hierin Gott nachahmen; das liegt außerhalb seiner Größe. Sondern wer die Last des Nächsten trägt, wer dem andern, der geringer ist, mit dem, worin er besser gestellt ist, eine Wohltat erweist, wer das, was er von Gott erhalten hat, den Bedürftigen schenkt und so ein Gott der Empfangenden wird, der ist ein Nachahmer Gottes“ (Brief an Diognet, Kap. 10, 3. Jh.).

 


DIENSTAG DER 2.WOCHE DER FASTENZEIT

HEUTE BGINNT Die Novene zur Vorbereitung auf das Hochfest des heiligen Josef ( 19. März).

zUR LESUNG Mitten in den feierlichen Gottesdienst hinein muss der Prophet seine harten Worte rufen. „Herrscher von Sodom“, „Volk von Gomorra“: das weckt düstere Erinnerungen. Sind wir denn so verkommen wie jene Städte? Die vielen Pilger, die zahlreichen Opfer, die Wolken von Weihrauch, die Hände, die sich zum Gebet erheben (1,11-15): ist das alles nichts? Schlimmer als nichts, denn alles ist Lüge, so lange es keine Gerechtigkeit gibt, so lange die Waisen und Witwen unterdrückt werden. Das mussten die Propheten Israel immer wieder sagen, und immer war es umsonst. Die Frage nach der Gerechtigkeit, d. h. nach der Liebe, ist auch im Neuen Bund die Frage, die allem schönen Gottesdienst vorausgeht, ihn bestätigt oder verurteilt. - Jes 29,13-14; Dtn 32,32; Am 5,14-15; Jes 10,2; Sach 7,9-10; Ex 22,20-23; Ps 32,1; 51,9; Lev 26,3-39; Dtn 28.

 

ERSTE LESUNG

Jes 1, 10.16-20

Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht!

Lesung aus dem Buch Jesaja

10Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom! Vernimm die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra!

16Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!

17Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!

18Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns Recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.

19Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes genießen.

20Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 50 (49), 8-9.16b-17.21 u. 23 (R: 23b)

          R Wer rechtschaffen lebt, dem zeig‘ ich mein Heil. - R (GL neu 53,1)
8        „Nicht wegen deiner Opfer rüge ich dich, VI. Ton

          deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

9        Doch nehme ich von dir Stiere nicht an

          noch Böcke aus deinen Hürden. - (R)

16bc  Was zählst du meine Gebote auf

          und nimmst meinen Bund in deinen Mund?

17      Dabei ist Zucht dir verhasst,

          meine Worte wirfst du hinter dich. - (R)

21      Das hast du getan, und ich soll schweigen?

          Meinst du, ich bin wie du?

          Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.

23      Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich;

          wer rechtschaffen lebt, dem zeig‘ ich mein Heil.“ - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: Ez 18, 31

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R

(So spricht Gott, der Herr:)

Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt!

Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

 

ZUM EVANGELIUM Den Schriftgelehrten und Pharisäern gegenüber empfindet Jesus zugleich Hochachtung und Zorn. Hochachtung, weil sie auf dem „Stuhl des Mose“ sitzen und als Ausleger des Gesetzes höchste Autorität haben; Zorn, weil ihr Verhalten nicht zu ihrer Rede passt. Er nennt das Heuchelei. Wer Gottes Wort weitersagt und auslegt, bleibt immer hinter dem zurück, was er zu sagen hat: deswegen muss er noch kein Heuchler sein. Jesus macht den Jüngern klar - und der Evangelist sagt es der Gemeinde weiter -, dass die am meisten Grund zur Demut haben, die in der Gemeinde zum Lehren und Verkündigen berufen sind. Wir werden nicht so naiv sein, zu denken, die Warnung vor der Heuchelei, vor innerer Verlogenheit, gelte nur für die Zeitgenossen Jesu. - Jer 8,8-9; Dtn 17,8-13; Röm 2,17-24; Lk 11,46; Apg 15,10; Mk 12,38-40; Lk 11,43; 20,46; Mt 20,26; 18,4; Lk 1,52-53; 14,11; 18,14.

 

 

EVANGELIUM

Mt 23, 1-12

Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

1In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger

2und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.

3Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

4Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.

5Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,

6bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,

7und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen.

8Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

9Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

10Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

11Der Größte von euch soll euer Diener sein.

12Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

 

DIE WAHRHAFTIGE KIRCHE  ist nicht nur ein Programm. Sie ist Wirklichkeit, die Ungezählte leben. Von außen lässt sie sich nur bedingt erkennen. Dass es sie gibt, muss man denen glauben, die sie erfahren haben.

Doch die Wahrhaftigkeit, die in der Kirche da ist, ruft nach der, die da sein könnte. Die wahrhaftige Kirche ruft nach der Bekehrung der unwahrhaftigen, was wir uns nicht so einfach vorstellen dürfen: denn wir selber, ich selber gehöre immer wieder zur wahrhaftigen und unwahrhaftigen Kirche, und von uns selber, von mir selber ist diese Bekehrung immer wieder gefordert. In der Kirche geht nichts ohne den Einzelnen und die Wahrhaftigkeit des Herzens“ (Hans Küng).

 

 


 

MITTWOCH DER 2. WOCHE DER FASTENZEIT

 

ZUR LESUNG Jeremia spricht von seinem Prophetenschicksal, wie andere Propheten es nicht getan haben. Er tut es vor allem in einer Reihe von Texten, die man heute auch als „Bekenntnisse“ des Jeremia bezeichnet (11,18-23; Samstag der 4. Fastenwoche; 12,1-6; 15,10-11.15-21; 17,14-18; 18,18-23; 20,7-18; Freitag der 5. Fastenwoche). Der Prophet spricht zu Gott im Stil der Klagepsalmen, stellt seine Misserfolge und Anfeindungen dar und bittet um das helfende und rächende Eingreifen Gottes. So ist es auch in 18,18-23. Die Gegner (Priester, Weise und Propheten: V. 18) wollen den Propheten bei einem unvorsichtigen Wort fassen, um ihn dem Gericht auszuliefern (vgl. Mt 22,15). Das schmerzt Jeremia umso mehr, als er sein Volk liebt und für seine Rettung betet. Die anschließenden Verwünschungen (V. 21-23, nicht mehr in unserer Lesung) sind elementarer Ausdruck eines verletzten Rechtsgefühls, vor allem V. 23: „Nimm für ihre Schuld keine Sühne an, lösch bei dir ihre Sünde nicht aus!“, im Gegensatz zu Jesus am Kreuz (vgl. Lesung am Samstag der 4. Fastenwoche). - Mk 12,13; Lk 20,20; Ps 109,4.

 

 

ZUR LESUNG Jeremia spricht von seinem Prophetenschicksal, wie andere Propheten es nicht getan haben. Er tut es vor allem in einer Reihe von Texten, die man heute auch als „Bekenntnisse“ des Jeremia bezeichnet (11,18-23; Samstag der 4. Fastenwoche; 12,1-6; 15,10-11.15-21; 17,14-18; 18,18-23; 20,7-18; Freitag der 5. Fastenwoche). Der Prophet spricht zu Gott im Stil der Klagepsalmen, stellt seine Misserfolge und Anfeindungen dar und bittet um das helfende und rächende Eingreifen Gottes. So ist es auch in 18,18-23. Die Gegner (Priester, Weise und Propheten: V. 18) wollen den Propheten bei einem unvorsichtigen Wort fassen, um ihn dem Gericht auszuliefern (vgl. Mt 22,15). Das schmerzt Jeremia umso mehr, als er sein Volk liebt und für seine Rettung betet. Die anschließenden Verwünschungen (V. 21-23, nicht mehr in unserer Lesung) sind elementarer Ausdruck eines verletzten Rechtsgefühls, vor allem V. 23: „Nimm für ihre Schuld keine Sühne an, lösch bei dir ihre Sünde nicht aus!“, im Gegensatz zu Jesus am Kreuz (vgl. Lesung am Samstag der 4. Fastenwoche). - Mk 12,13; Lk 20,20; Ps 109,4.

 

 

ERSTE LESUNG

Jer 18, 18-20

Kommt, lasst uns gegen ihn Pläne schmieden

Lesung aus dem Buch Jeremia

18Meine Feinde sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort. Kommt, wir wollen ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und Acht geben auf alles, was er sagt.

19Gib du, Herr, acht auf mich, und höre das Gerede meiner Widersacher!

20Darf man denn Gutes mit Bösem vergelten? Denn sie haben mir eine Grube gegraben. Denk daran, wie ich vor dir stand, um zu ihren Gunsten zu sprechen und deinen Zorn von ihnen abzuwenden.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 31 (30), 5-6.12 u. 14.15-16 (R: 17b)

          R In deiner Güte hilf mir, o Herr! - R (GL neu 229)
5        Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten;

I. Ton

          denn du bist meine Zuflucht.

6        In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;

          du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. - (R)

12      Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden,

          ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden;

          wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.

14      Ich höre das Zischeln der Menge - Grauen ringsum.

          Sie tun sich gegen mich zusammen;

          sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben. - (R)

15      Ich aber, Herr, ich vertraue dir,

          ich sage: „Du bist mein Gott.“

16      In deiner Hand liegt mein Geschick;

          entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger! - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Joh 8, 12

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R

(So spricht der Herr:)

Ich bin das Licht der Welt.

Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

 

 

ZUM EVANGELIUM Auf die Ankündigung Jesu, er werde nach Jerusalem hinaufgehen, dort ausgeliefert und umgebracht werden (V. 17-19: 3. Leidensankündigung), reagieren die Jünger auf eine unerwartete Weise (V. 20-28). Lukas bemerkt auch, dass sie vom Gesagten nichts verstanden hatten (18,34). Sie denken an die Verheißung Jesu, dass seine Jünger auf zwölf Thronen sitzen werden, um die zwölf Stämme Israels zu richten (Mt 19,28), und so bitten die Zebedäus-Söhne darum, bei diesem Gericht die ersten Beisitzer zu sein. Die Antwort Jesu ist zugleich Abweisung und Einladung. Das Sitzen auf Thronen ist nicht aktuell; zuerst sollen die Jünger mit Jesus den Leidensweg gehen; sie sollen dienen, nicht herrschen. Jesus selbst versteht seinen Weg als Dienst des „Knechtes“, der für die Vielen, d. h. für alle, sein Leben hingibt. - Mk 10,32-40; Lk 18,31-33; Jes 53; Dan 7,9-27; Weish 2,12-20; Lk 22,24-27.

 

 

EVANGELIUM

Mt 20, 17-28

Sie werden ihn zum Tod verurteilen

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit,

17als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen:

18Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen

19und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen.

20Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.

21Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.

22Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.

23Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.

24Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.

25Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.

26Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,

27und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.

28Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

„WAHRHAFTIGE KIRCHE heißt nach Jesu Botschaft dienende Kirche. Ist die Kirche dieser Botschaft treu geblieben; versteht sich diese Kirche wirklich als eine dienende Kirche? ... Wie könnte sie dann in dieser Endzeit je zu den Methoden weltlicher Machtergreifung und Machtdurchsetzung, politischer Strategie und Intrige Zuflucht nehmen? Wie könnte sie weltlichen Glanz und Prunk ausstrahlen, wie Ehrenplätze zur Rechten und zur Linken verteilen, wie weltliche Würdetitel und Auszeichnungen vergeben wollen?“  Findet die Kirche nicht umgekehrt „in ihrer Kleinheit ihre wahre Größe und so ihre wahrhaftige Existenz? Weil sie dann weiß, dass sie gerade ohne Macht und Prachtentfaltung groß ist, dass sie nur höchst bedingt und beschränkt mit der Zustimmung und Unterstützung der Mächtigen dieser Welt rechnen kann, dass ihr Wirken immer wieder belächelt, verdächtigt, missbilligt und gehindert wird, dass aber trotzdem über allen anderen Herrschaften unangreifbar Gottes Herrschaft ist?“ (Hans Küng).

 

 

DONNERTAG DER 2. WOCHE INDER FASTENZEIT

ZUR LESUNG Der größere Teil dieser Lesung gleicht einem Weisheitspsalm über das Schicksal der Guten und der Bösen (vgl. Ps 1). Es gibt zwei Arten von Menschen; die einen (V. 5-6) verlassen sich auf „schwaches Fleisch“, auf Menschen, die nicht einmal sich selber helfen können; das gilt in der großen Politik wie im einzelnen Menschenleben. Die andern (V. 7-8) vertrauen auf Gott; es wird ihnen nicht immer gut gehen, aber im Grunde sind sie ohne Sorge, weil ihre Existenz in Gott verwurzelt ist. - Die Verse 9-10 antworten auf den möglichen Einwand, dass es auch guten Menschen schlecht geht. Antwort: Wer ist denn gut? Gott allein kennt das Innere des Menschen. - Ps 40,5; 146,3-5; Mk 7,21; Jer 11,20; 32,19; Ps 62,13; Spr 17,3; 24,12; Mt 16,27; Offb 2,23.

 

 

ERSTE LESUNG

Jer 17, 5-10

Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut; gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt

Lesung aus dem Buch Jeremia

5So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn.

6Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

7Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist.

8Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.

9Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen?

10Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten.

 

 

ANTWORTPSALM

Ps 1, 1-2.3.4 u. 6 (R: vgl. Jer 17, 7)

          R Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt. - R (GL neu 31,1)
1        Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, IV. Ton

          nicht auf dem Weg der Sünde geht,

          nicht im Kreis der Spötter sitzt,

2        sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,

          über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. - (R)

3        Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,

          der zur rechten Zeit seine Frucht bringt

          und dessen Blätter nicht welken.

          Alles, was er tut

          wird ihm gut gelingen. - (R)

4        Nicht so die Frevler:

          Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

6        Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,

          der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund. - R

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Lk 8, 15

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören

und Frucht bringen in Geduld.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

 

 

ZUM EVANGELIUM Nur bei Lukas ist dieses Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus überliefert (vgl. auch Lk 12,13-21: Evangelium am 18. Sonntag - Jahr C). Deutlicher als die anderen Evangelisten hat Lukas die Gefahr gesehen, die vom Besitz her droht und eine echte Jüngerschaft unmöglich macht; daher ist er den entsprechenden Jesusworten mit besonderem Interesse nachgegangen. Jesus hat keine Lehre über den Reichtum als solchen entwickelt. Ihm geht es um den Menschen, der an seinem Reichtum hängt und nichts als seinen Reichtum hat. Weder Mose noch die Propheten, noch einer, der von den Toten zurückkommt, kann den Panzer durchdringen, der Herz und Ohr eines solchen Menschen umschließt. Bei einer so pessimistischen Sicht stellt sich die Frage: Wie kann der arme Reiche denn gerettet werden? Eine Antwort steht bei Lk 18,27: „Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich.“ Für jeden Menschen, aber für den reichen ganz besonders, ist es Gabe und Tat Gottes, wenn er sein Herz für Gottes Anruf öffnet. - Ps 37; 49; 73; 1 Sam 2,4-8; Weish 2-5; Mt 13,22; 19,16-26; Lk 1,51-53; 12,33-34; 19,8-9; Joh 5,46-47; Apg 4,32 - 5,11; 2 Kor 8,1-15; 9,6-15; 1 Tim 6,9-10.17-19; Jak 2,1-9; 1 Joh 3,17-18.

 

 

EVANGELIUM

Lk 16, 19-31

Du hast schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit sprach Jesus:

19Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte.

20Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war.

21Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.

22Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.

23In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß.

24Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer.

25Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.

26Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.

27Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters!

28Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.

29Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.

30Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.